Die Türkische Armee hat vergangene Nacht kurdische Ziele in Rojava und Schengal bombardiert.

Die türkische Armee hat in der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr Ortszeit Ziele in Rojava (Nordsyrien) und Schengal (Nordirak) angegriffen. Konkret haben 26 Kampfjets das Qereçox-Gebiet bei der Stadt Derik in Rojava und Dörfer um das Schengal-Gebirge im Nordirak bombardiert.

Laut der kurdischen Nachrichtenagentur ANF wurden dabei die Gebäude und Sendestationen von „Radio Schengal“ und dem Radiosender „Stimme Rojavas“ zerstört. Die kurdischen Volksverteidigungskräfte (YPG) bestätigten in einer ersten Erklärung, dass die Angriffe zudem ihre Kommandozentrale, das Presse- und Informationszentrum sowie weitere militärische Einrichtungen zum Ziel hatten. Es habe Tote und Verletzte bei dem Angriff gegeben. Man werde sich durch solche Angriffe jedoch nicht vom Kampf gegen den Terrorismus abbringen lassen, so die Erklärung.

Der Co-Vorsitzende der „Partei der demokratischen Union“ (PYD), Salih Müslim, verurteilte die Angriffe: Man sei jedoch nicht überrascht und habe solche Angriffe aus der Türkei erwarte. „Ein Volk, das gegen den Terror kämpft, wurde hinterrücks beschossen. Die Kräfte der Internationalen Koalition dürfen dazu nicht schweigen. Niemand darf diese Angriffe akzeptieren.“, so Müslim in einer ersten Erklärung.

Auch die Türkische Armee bestätigte die Angriffe. Man habe mehrere „terroristische Ziele“ erfolgreich zerstört, so die Armee. ANF berichtet zudem, dass parallel zu den Angriffen eine Mobilfunk-Sendestation für das Gebiet Sindschar, die von der Kurdischen Regionalregierung unter Masud Barzani und einer französischen Telefongesellschaft betrieben wird, abgeschaltet wurde.