Jeder Zeitungsständer zeigt uns, dass es mit der angeblich großen Meinungsvielfalt in der Medienlandschaft nicht weit her ist. Von fast allen Titelseiten blicken uns die gleichen Gesichter von Politikern, Prominenten oder Unternehmern entgegen. Unterschiede gibt es kaum.

Die Pressefreiheit ist in Deutschland im Grundgesetz festgeschrieben und die Medienkonzerne machen ausgiebig von ihr Gebrauch. Aber wem nützt diese Pressefreiheit konkret? Ohne Druckmaschinen, dutzende Journalisten und Verkaufsnetzwerke, bleibt dieses Recht für die meisten leere Worte. Man kann von diesem Recht schlicht kaum Gebrauch machen.

Im Ergebnis bestimmen die Zeitungsinhalte in diesem Land, diejenigen, die das notwendige Vermögen haben, um einen Medienkonzern zu betreiben. Sie können die Redaktionen besetzen und wieder entlassen, wenn dort etwas geschrieben wird, was ihnen nicht passt. Die Zahl der Konzerne die in Deutschland Zeitungen und Magazine betreiben sinkt immer weiter. Das heißt, in der Medienlandschaft konzentriert sich immer mehr Einfluss in weniger Händen. So wie in jeder Branche, herrscht auch hier ein starker Konkurrenzkampf. Die Verlierer gehen Pleite oder werden von der Konkurrenz übernommen.

Ein Beispiel: Die drei Familienunternehmen Springer (BILD, Bild am Sonntag, Welt), Bertelsmann (Stern, Brigitte) und Burda (FOCUS, Bunte) konzentrieren den größten Marktanteil an überregionalen Zeitungen und Magazinen auf ihre Erzeugnisse.

Auch die lokale Tagespresse wird von Unternehmen beherrscht, die in ihrer Region zum Monopol geworden sind: Springer gibt zusätzlich zur BILD die B.Z. in Berlin heraus, die Funke Mediengruppe kontrolliert alle wichtigeren Zeitungen im Ruhrgebiet (WAZ), der DuMont-Verlag die Medienlandschaft in Frankfurt und Köln, die Südwestdeutsche Medien Holding im Besitz der Familie Schaub gibt die überregionale Süddeutsche Zeitung und fast die ganze Regionalpresse in Baden-Württemberg heraus.

Die Herausgeber der Zeitungen verstehen sich als Unternehmer. Ihr Geschäft besteht darin, Nachrichten zu verbreiten und damit Profit zu machen. Sie wollen hohe Profite, bei möglichst wenigen Kosten machen. Ihr Ziel ist es, mehr Nachrichten in kürzerer Zeit zu verkaufen. Sie stützen sich dabei immer mehr auf die großen Presseagenturen, deren Meldungen sie oft einfach abschreiben, was logischerweise zum Nachrichteneinheitsbrei führt. Eine eigene Recherche oder ein Hinterfragen der Informationen findet bei den meisten Nachrichten überhaupt nicht statt. Wichtig ist nicht, ein richtiges Bild von der Realität wiederzugeben, sondern zu verbreiten, was gelesen wird und sich deshalb verkauft. In der letzten Zeit wird viel über gezielte Falschmeldungen, sogenannte „Fake-News“ berichtet. Diese Falschmeldungen sind nichts neues und weder Trump, noch Putin haben ein Patent darauf. Auch die großen Flaggschiffe der deutschen Medienlandschaft wie SPIEGEL, BILD, FAZ nutzen zu gerne selbst Falschmeldungen oder Halbwahrheiten um eine „reißerische“ Story zu verkaufen und so ihren Umsatz zu steigern.

Kann man solchen Medien erwarten, dass sie objektiv berichten? Oder, dass in ihren Berichten die Interessen der werktätigen Bevölkerung formuliert werden? Diese Konzerne sind in erster Linie die Sprachrohre der Kapitalistenklasse.

Ihre Nachrichten sind nicht objektiv, sie stellen die Punkte, welche ihren Eigentümern, Banken und Großkonzernen genehm sind in den Vordergrund. Meldungen, welche das normale Leben betreffen, wie steigende Mieten, Schikanen bei der ARGE oder am Arbeitsplatz sind für sie untergeordnet.

Die Lebens- und Rollenbilder, die Schlussfolgerungen und Perspektiven, die in den großen Medien gezeichnet werden, sind die bestimmenden Ideen der herrschenden Klasse. Sie nutzen die Medien, um von strukturellen Ungerechtigkeiten abzulenken und die gesellschaftliche Ausbeutung und das kapitalistische Wirtschaftssystem verteidigen.

Diese Zeitung ist ein Versuch der profitorientierten Presse etwas eigenes entgegen zu setzen. Im Internet und in einer monatlich gedruckten Ausgabe soll objektiv über die Ereignisse in Deutschland und der Welt berichtet werden. Die Themen und Probleme der Arbeiter und Ausgebeuteten sollen hier ihren Platz finden. Gleichzeitig sollen die Ereignisse in einen größeren Zusammenhang gestellt und von einem sozialistischen Standpunkt aus kritisiert und bewertet werden. Dieses Projekt soll von der Mitarbeit der LeserInnen leben und mit ihrer Hilfe wachsen.