Ermittlungsverfahren gegen Top-Manager von VW wegen des Verdachts auf Untreue.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Ermittlungen gegen den Personalchef sowie den Personalverantwortlichen beim VW-Vorstand eingeleitet. Auch deren Vorgänger seien betroffen. Auslöser ist eine Anzeige unbekannter Herkunft. Im Raum steht der Vorwurf der Bestechung von Gewerkschaftsvertretern, auch des Gesamtbetriebsrats-Vorsitzenden Bernd Osterloh.

Dessen Grundgehalt liegt derzeit bei etwa 200.000 € pro Jahr, unter anderem für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat setzt sich zu gleichen Teilen aus Vertretern vom Konzern und der Gewerkschaftsseite zusammen, wobei die Konzernseite den Vorsitzenden stellt, der in Pattsituationen entscheidet. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten neben ihrem Grundgehalt noch Boni, abhängig vom Geschäftserfolg VWs .“In der Spitze lag damit mein Jahresgehalt einmal bei rund 750.000 Euro“ gibt Osterloh zu. Das beträgt das fünfzehnfache eines durchschnittlichen Facharbeiterlohns bei VW. Er sei sich jedoch keiner Schuld bewusst.

Auch ein Sprecher des VW-Managements betonte, dass nicht gegen Osterloh selbst ermittelt werde. Der Konzernvertreter lobte Osterloh für seine jahrelange Übernahme von Verantwortung für die Belegschaften des Volkswagen-Konzerns. Erst Ende 2016 hatte VW angekündigt, bis zu 30.000 Stellen zu streichen.

Bereits 2005 war eine systematische Korruptionsaffäre bei VW bekannt geworden. Damals waren Mitglieder des Betriebsrates mit finanziellen Zuwendungen, Luxusreisen und Dienstleistungen von Prostituierten bestochen und in ihren Entscheidungen korrumpiert worden. Der damalige VW-Personalvorstand und Hartz IV-Erfinder Peter Hartz wurde zu einer niedrigen Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.