Kritische JournalistInnen wollen der Hegemonie der polizeilichen Berichterstattung eigene Pressearbeit entgegen setzen.

International und über europäische Grenzen hinaus vernetzt das Medienprojekt „FC⚡MC“ (FAR CRITICAL/MEDIA CENTER) große Medienhäuser ebenso wie kleinere Medienschaffende und Akteure während des G20-Gipfels. Mehr als 300 Akkreditierungen gingen bisher bereits ein – das Motto der Plattform: „Re-invent critical journalism in times of affective populism“ (Kritischen Journalismus in Zeiten emotionalen Populismus‘ neu erfinden).

Neben großen Medienunternehmen aus der bürgerlichen Presse wie der ZEIT, arte und den New York Times sind auch unabhängige Journalisten und Freelancer vertreten. Dazu Paul Ratzel vom FC⚡MC: „Wir wissen, dass prekäre Arbeitsverhältnisse im Journalismus oft dazu führen, dass Polizei-Meldungen weitestgehend ungeprüft in die Berichterstattung fließen. Hier bietet das FC⚡MC eine praktische Alternative und Arbeitshilfe: Journalistinnen und Journalisten können über das Mediencenter auf die Inhalte und Einschätzungen der Akteure des Protests zurückgreifen und die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem G20 zeitnah für ihre Berichterstattung nutzen.“

Aktivisten werden zu Wort kommen

FC⚡MC sei „mit allen Bündnissen und Spektren des Protests gegen den G20 gut vernetzt, auch denen, die den G20 nicht nur reformieren wollen.“ So werde ermöglicht, dass in den Medien ein umfassendes und unmittelbares Bild des Gipfels und der Gegenproteste verbreitet werden könne. Das Projekt vernetzt dabei einerseits JournalistInnen und Akteure, andererseits bilden „die täglichen morgendlichen Pressekonferenzen […] spektrenübergreifend und ausgewogen alle Protestbündnisse ab und liefern inhaltliche Präzisierungen zur G20-Politik.“

Das Team des FC⚡MC selbst besteht dabei aus „150 technisch, organisatorisch und redaktionell erfahrenen Personen“, technische Verstärkung findet durch den „Chaos Computer Club“ statt. Das „1000 Leute starke Medienexperiment“ wird auf allen organisatorischen Ebenen professionell unterstützt, um hochwertige journalistische Arbeit gewährleisten zu können.

Gegengewicht zu polizeilicher „Social Media Arbeit“

25 „Social Media“-Beamte sollen während des G20-Gipfels auf diversen Kanälen direkt Bericht erstatten. So soll vermutlich gewährleistet werden, dass die Deutungshoheit und die Kontrolle über die mediale Beleuchtung der Ereignisse in polizeilicher Hand bleiben. „Das FC⚡MC tritt an, diesen Hegemonieanspruch zu brechen und auf Falschmeldungen der Polizei, wie sie z.B. 2008 beim G8 in Heiligendamm verbreitet wurden, exakt und mit Bedacht zu reagieren.“ Entscheidend dabei ist, dass die Nachrichtenagentur die Möglichkeit bietet, schnell mit verifizierten Informationen reagieren zu können.

„Antidemokratische Politik des Hamburger Senats“ schon im Vorfeld

Eine Allgemeinverfügung verbietet nun „jede Versammlung mit mehr als zwei Menschen auf einer Fläche von ca. 35 Quadratkilometern weit über das Zentrum Hamburgs hinaus“. Das Grundrecht der Versammlungsfreiheit wird massiv eingeschränkt. Paul Ratzel vom FC⚡MC dazu: „[Die Maßnahme des Hamburger Senats] ist eine klare Kampfansage gegen zivilgesellschaftliches Engagement und das grundrechtlich geschützte Recht auf Versammlungsfreiheit. Das FC⚡MC wird als unabhängige Nachrichtenagentur ein besonderes Augenmerk auf das Agieren der Polizei in der Gipfelwoche richten.“

Perspektive Online im FC⚡MC akkreditiert

Auch „Perspektive Online“ ist beim FC⚡MC akkreditiert. Dies bereichert und gewährleistet auch uns eine umfassende Revolution journalistischer Arbeit, die vor Ort während des Gipfels geleistet wird. Während des gesamten Gipfels werden wir über Facebook und Twitter über die Geschehnisse in und um den G20-Gipfel in Hamburg informieren. Die Akkreditierung ist kostenlos. So wird garantiert, dass finanzielle Hintergründe dem kritischen Journalismus nicht im Wege stehen. Es gibt die Möglichkeit, das Projekt durch Spenden zu unterstützen – mehr dazu unter fcmc.tv.