Nur rund jede/r fünfte Beschäftigte ist in Deutschland Mitglied einer Gewerkschaft.

Laut einer Studie des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IWD) sind 18,9 Prozent der ArbeitnehmerInnen Mitglied einer Gewerkschaft. Die Studie hat dabei regional sehr unterschiedliche Werte ermittelt. So liege der Organisationsgrad in Westdeutschland bei 19,4 Prozent und in Ostdeutschland bei 16,5 Prozent. Spitzenreiter unter den Bundesländern ist das Saarland mit 30,7 Prozent, Schlusslichter sind Berlin (14,9 Prozent) und Sachsen (14,6 Prozent).

Die gewerkschaftliche Organisierung und die Durchsetzungsfähigkeit von Forderungen der Gewerkschaften ist besonders im Dienstleistungssektor zur Zeit schwach ausgeprägt. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist beispielhaft dafür. Gab es 1989 hier noch einen Organisationsgrad von 30,8 Prozent, ist dieser mit der Schließung vieler Industriestandorte bis heute auf 22 Prozent gesunken.

Zusätzlich zu dem schwachen gewerkschaftlichen Organisierungsgrad der Beschäftigten ist auch die Mitgliederentwicklung der Gewerkschaften rückläufig. Der „Deutsche Gewerkschaftsbund“ (DGB), mit seinen acht Einzelgewerkschaften, vertrat 2015 knapp 6,1 Millionen Mitglieder, das sind knapp 60.000 weniger als noch im Jahr 2011. Der „Deutsche Beamtenbund“ (DBB) hingegen, zu dem auch die „Lokführer-Gewerkschaft“ (GDL) gehört, zählte knapp 1,3 Millionen Mitglieder, immerhin rund 30.000 mehr als im Jahr 2011. Diese Zahlen beinhalten jedoch auch Menschen im Ruhestand, die für den Organisationsgrad der ArbeitnehmerInnen in Tarifverhandlungen keine Rolle spielen.