Bundesweit wurde am Mittwoch von dem Aktionsbündnis „Lernfabriken meutern!“ demonstriert.

Der Bildungsstreik richtete sich gegen Selektion, Leistungsdruck, Unterfinanzierung und die dadurch entstehende Diskriminierung im deutschen Bildungssystem. An den Protesten beteiligten sich sowohl SchülerInnen und Studierende als auch Lehrende und HochschulmitarbeiterInnen in zahlreichen Städten.

Köln – „Bildung für alle ist keine Zauberei!“

Ab 10 Uhr versammelten sich rund 400 Demonstrierende vor der Kölner Universität zur Auftaktkundgebung. Unterstützt wurde diese unter anderem durch Redebeiträge der Bildungsgewerkschaft GEW, von der Gruppe junger Frauen „Zora“, der „Internationalen Jugend“, „Young Struggle“, „Rote Aktion“ und weiteren linken und antifaschistischen Gruppen. Die Gefahren, die ein unterfinanziertes Bildungssystem unweigerlich mit sich bringen, wurden in verschiedenen Redebeiträgen thematisiert. Der Protestzug begann unter dem Motto „Bildung für alle ist keine Zauberei!“, auf einem anderen Transparent stand die Parole „Reiche Eltern für alle!“. Mit „Bengalischem Feuer“ und Parolen machte der Demonstrationszug auf die Forderung nach Chancengleichheit im Bildungssystem aufmerksam. Auch führte die Strecke entlang des Humboldt-Gymnasiums sowie des benachbarten Berufskollegs. Hier gab es laute Aufforderungen, sich der Demonstration anzuschließen, einige SchülerInnen kamen hinzu. Die Demonstration endete bei der Abschlusskundgebung mit einem „offenen Mikrofon“ und Beiträgen unter anderem durch die „Jusos“ (Jungsozialisten, Jugendorganisation der SPD), die „BezirksschülerInnen-Vertretung“ (BSV) und ein musikalisches Programm.

Proteste in ganz Deutschland

In zahlreichen weiteren Städten – unter anderem Frankfurt, Jena, Lüneburg und München – fanden zeitgleich Bildungsstreiks statt. So stand die Demonstration in Bremen beispielsweise unter dem Motto „Wenn ich groß bin, werde ich Humankapital!“. Auch in Leipzig beteiligten sich etwa 400 Protestierende, hauptsächlich SchülerInnen, an der Aktion „Lernfabriken meutern“. Hier stand das „Ende der Sparpolitik“ im Fokus, außerdem wurde eine bessere Bezahlungen der Lehrkräfte gefordert. Auch die Abhängigkeit der Hochschulen von finanzieller Unterstützung privater Unternehmen wurde kritisiert. An den Protest schließen sich in den kommenden Tagen Vorträge und Podiumsdiskussionen an.