Am vergangenen Samstag demonstrierten in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires Tausende gegen Gewalt gegen Frauen.

Die Hauptparole der Demonstration lautete „Basta de violencia machista y de violencia estatal“ (Schluss mit patriarchaler und staatlicher Gewalt).

Organisiert wurden die Proteste von „ni una menos“ (nicht eine weniger). Unter dem selben Motto waren erstmals am 3. Juni 2015 etwa 300.000 Menschen spontan auf die Straße gegangen. Anlass dafür war der Mord an Chiara Paéz. Die 14-Jährige wurde im Mai desselben Jahres von ihrem Freund getötet, weil sie schwanger war und sich weigerte abzutreiben.

Im letzten Jahr wurden in Argentinien 254 Frauen aufgrund ihres Geschlechts ermordet (Feminizid). Dieses Jahr wurden bereits 133 Fälle gemeldet. 86% der Täter kommen aus dem nahen persönlichen Umfeld der Frauen. Die Stadtverwaltung von Buenos Aires registrierte in den ersten fünf Monaten 2017 8982 Fälle von Gewalt gegen Frauen. Das entspricht 54% aller Fälle im vergangenen Jahr.

Im Mittelpunkt der Proteste stand in diesem Jahr die Mitverantwortung des Staates. In 18% der Fälle hatten die Frauen vor ihrer Ermordung ihren Täter bei der Polizei angezeigt und in 9% gerichtlichen Schutz vor dem Täter erwirkt. Eine weitere Forderung war die Abschaffung des Abtreibungsverbots.