7 Tote bei Anschlag vor Moschee. Regierung kündigt während Konferenz zur Lage in Afghanistan ein Angebot zu Friedensgesprächen mit den Taliban an.

Im Herzen der Afghanischen Stadt Herat ist es am Dienstag zu einer schweren Explosion gekommen. Beim Anschlag vor der größten Moschee der Stadt wurden mindestens 7 Personen getötet und 18 verletzt, der Großteil von ihnen Zivilisten. Insgesamt wurden bei Anschlägen in der letzten Woche mindestens 200 Personen getötet und über 600 verletzt.

Derweil startete in Kabul eine Konferenz zur Lage in Afghanistan, an der Vertreter aus rund zwei Dutzend Staaten teilnahmen. Unter den Beteiligten waren neben den USA auch Indien, China sowie Pakistan. Von Seiten der Afghanischen Regierung wurde ein Gesprächsangebot für einen Friedensprozess mit den Taliban erneuert, jedoch mit einem Ultimatum versehen: »Dies ist die letzte Chance, ergreift sie oder tragt die Konsequenzen«, sagte der Afghanische Präsident Ghani an die Taliban gerichtet. Die letzten Gespräche zwischen Kabul und den Taliban waren im Sommer 2015 nach dem Tod des langjährigen Talibanführers Mullah Omar abgebrochen worden.

Die Taliban selbst äußerten sich bisher nicht zu möglichen Friedensgesprächen. Dafür traf während der Konferenz eine Rakete die indische Residenz im Diplomatenviertel. Nach Angaben der Taliban hätte sie das NATO-Hauptquartier in Kabul treffen sollen.

Die Taliban sind eine islamisch-fundamentalistische Organisation, die sich im Kampf gegen die sowjetische Besatzung ab 1979 zu einer einflussreichen Kraft entwickelt hat. Dabei wurde sie massiv von den USA unterstützt. Der palästinensische Journalist Abdel Bari Atwan weist dies in seinem Buch „Das digitale Kalifat“ detailliert nach: „Zwischen 1986 und 1992 wurden mehr als 100 000 militante Islamisten vom CIA und MI6-geleiteten Camps ausgebildet, während die SAS zukünftige Al Qaida- und Talibankämpfer im Bombenbau und anderen schwarzen Künsten unterwies. Die Führer dieser Truppen wurden währenddessen in einem CIA-Ausbildungslager in Virginia trainiert.“1