Vier von fünf BürgerInnen wollen mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland. Die Auffassungen darüber, was soziale Gerechtigkeit ist, gehen jedoch weit auseinander.

Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ fordert ein überwiegender Teil der Bevölkerung mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland. 79 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, „dass in Deutschland mehr soziale Gerechtigkeit notwendig ist“. 14 Prozent antworteten mit Nein und 7 Prozent machten keine Angaben, bzw. wollten sich nicht entscheiden.

In der Altersgruppe über 55 Jahren stimmten sogar 85 Prozent der Befragten zu. Dagegen war die Zustimmung bei den 25 bis 35 Jährigen mit 66 Prozent besonders niedrig. Unter den nach eigenen Angaben befragten SPD-WählerInnen stehen über 90 Prozent für mehr soziale Gerechtigkeit.
Sehr unterschiedlich ist bei der Studie jedoch das Verständnis des Begriffs „sozialer Gerechtigkeit“ ausgefallen. 22 Prozent gaben an, dass es für sie gerecht sei , wenn „für alle Bürger gleiche Startbedingungen und Chancen geschaffen werden“. Weitere 22 Prozent sagten, es sei gerecht, wenn „jeder Bürger das bekommt, was seiner Leistung entspricht. Wer mehr leistet, sollte mehr verdienen“. Wenn „jeder Bürger bekommt, was er benötigt: Es sollte für jeden gesorgt sein“, empfanden 21 Prozent als gerecht. 15 Prozent wollen, „dass insbesondere den Schwächsten geholfen wird“ und 12 Prozent, dass „für alle Bürger gleiche Lebensbedingungen geschaffen werden“.

Die Studie zeigt dementsprechend den deutlichen Willen eines Großteils der Bevölkerung zu sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen. Doch auch die Vorstellungen, wie eine gerechtere Zukunft und eine gerechtere Verteilung denn konkret aussehen sollte, gehen bisher noch weit auseinander.