Im „Internationalen Zentrum B5“ in der Brigittenstraße 5 in Hamburg findet seit Jahren eine internationalistische Arbeit statt. Das Zentrum ist im Kiez bekannt und beherbergt verschiedene antiimperialistische Gruppen. Während der Groß-Demonstration am Samstag, den 8.7, gegen den G20-Gipfel rückte ein Spezialkommando der Polizei an um das Zentrum zu durchsuchen. Ein Augenzeugenbericht von Dennis M.

„Ich saß gerade in der B5. Gegen 10:45 Uhr kam die Polizei rein, mit Schildern und vermummt. Es wurde geschrien „Auf den Boden!“. Insgesamt waren wir fünf Männer und eine Frau, wir wurden gefesselt und mussten uns auf den Boden legen. Durch die Fesselungen entstanden bei einem Genossen Schnittwunden, bei einem weiteren Brandblasen. Dann lagen wir circa zehn Minuten gefesselt am Boden, bevor wir uns – immer noch gefesselt – an die Wand setzen durften.

Wir haben nach einer Begründung oder einem Durchsuchungsbefehl gefragt, uns wurde gesagt, dass gleich jemand käme. Dann kam in Mann in Zivil stellte sich vor, dass er vom LKA kommt, er hat uns dann entfesselt. Wir haben darauf hingewiesen, dass auch Unbeteiligte im Haus sind. [Anm.: Dazu ein Interview mit einem unbeteiligten Anwohner, dessen Wohnung durchsucht wurde]
Weitere Personen in zivil kamen dazu, sie waren bewaffnet, haben sich aber nicht vorgestellt. Jeder wurde einzeln durchsucht, ein Telefonat wurde uns verwehrt, wir konnten keinen Anwalt rufen. Wir haben auch immer noch keinen Grund erfahren. Eine weitere Genossin ist dazu gekommen, ihr war gesagt worden, dass der Grund für die Durchsuchung der Verdacht ist, dass wir angeblich brennbare Stoffe hier haben. Wir saßen dann alle auf dem Sofa, ein Beamter hat unsere Personalien aufgenommen und telefoniert. Ich hatte dann die Wahl, ob ich drinnen bleiben will oder rausgehe, ich bin rausgegangen, um die anderen zu informieren. Die Atmosphäre war wie bei einem Überfall, nach dem Motto „Wir können alles machen, rechtliche Grundlagen braucht es nicht!“. Das hat mich persönlich bedrückt, ich fürchte, da kommen noch Repressionen auf uns im B5 zu.“

Ein Video mit weiteren Augenzeugen von den KollegInnen der Jungen Welt: