Die „Identitäre Bewegung“ will Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer gewaltsam stoppen.

Mitglieder der faschistischen „Identitären Bewegung“ haben sich zum Ziel gesetzt, gewaltsam Flüchtlingsboote aus Nordafrika im Mittelmeer zu stoppen und zur Umkehr zu zwingen. Nach einer Mitte Mai gestarteten Spendenkampagne im Internet (Link), gab es zunächst das Problem ein Schiff und eine Mannschaft für diesen Auftrag zu finden. Nun sollen die Rechten das 40 Meter lange Forschungsschiff „C-Star“ angemietet haben.

Den Informationen des „Automatic Information System“ (AIS) zufolge, das automatisch die Position des Schiffes per Funk verbreitet, hat dieses vergangene Woche den Hafen von Djibouti verlassen, um sich auf den Weg durch den Suez-Kanal ins Mittelmeer zu machen. Dort sollen Mitglieder der faschistischen Bewegung in Sizilien an Bord genommen werden und dann vor der libyschen Küste patrouillieren. Die Informationen dazu stammen von den Organisatoren selbst.

Die im Mittelmeer aktiven Menschenrechtsorganisationen, die bereits zehntausenden in Seenot geratenen Flüchtlingen das Leben gerettet haben, blicken mit großer Sorge auf den von den Faschisten geplanten Einsatz. Das „Anti-Rassismus-Komitee“ der französischen Regierung verurteilte die Aktion und leitete bereits juristische Schritte ein.

Bereits in diesem Jahr hat allein die Organisation „SOS Méditerranée“ laut eigener Aussagen mehr als 10.000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet: „Wir haben gerade einmal Mitte Juli und haben fast schon so viele Menschen wie im gesamten letzten Jahr im Mittelmeer gerettet. Angesichts des Versagens der Europäischen Union ist das Eingreifen von zivilen Organisationen wie uns unabdingbar, um den Tod Tausender Menschen zu verhindern“, erklärte Timon Marszalek, Geschäftsführer von SOS Méditerranée Deutschland am vergangenen Mittwoch gegenüber Neues Deutschland.