„Black Lives Matter“-Bewegung nun auch in Großbritannien?


Am 22. Juli verstarb der schwarze Jugendliche Rashan Charles in einem Londoner Krankenhaus.

Zuvor war er nach einer Verfolgungsjagd durch die Polizei in einen Supermarkt geflohen. Dort wurde er auf den Boden geworfen und blieb nach einem kurzen Gerangel reglos liegen.
In den darauf folgenden Tagen entwickelte sich eine Protestbewegung, die auf den Fall aufmerksam machen wollte, da von Seiten großer Medien nicht berichtet wurde.

Neben Forderungen nach sofortiger Suspendierung des Polizisten und Aufarbeitung des tödlichen Übergriffs, steht auch eine allgemeine Kritik an Polizeigewalt im Vordergrund. So beriefen sich viele Demonstrantinnen auf Schildern und Plakaten auf die „Black Lives Matter“-Bewegung aus den USA.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder ähnliche Vorfälle, z.B. 2011 der Tod von Mark Duggan oder letzten Monat von Edson Frederico Da Costa.

In der Nacht zum Samstag wurden Barrikaden im Londoner Stadtteil Dalston angezündet. Die Wut der Demonstranten entlud sich in anschließenden Straßenschlachten mit der Polizei, die mit Flaschen beworfen und mit Feuerwerkskörpern beschossen wurden.

Umstritten ist insbesondere die Todesursache von Rashan Charles. So hatte der 20-Jährige ein Päckchen in seinem Rachen, das er nach Polizeiangaben wenige Minuten vorher heruntergeschluckt haben soll. Ob es sich dabei um Drogen handelte, wurde nicht mitgeteilt.

Nun soll eine „unabhängige Untersuchungskommission“ (IPCC – Independent Police Complaints Commission) den Fall aufklären. Ob eine juristische Aufarbeitung gelingt, ist jedoch zweifelhaft. Seit 1990 ist kein Polizist für die über 1500 Toten in Polizeigewahrsam oder durch Polizeikontakt verurteilt worden.