Diplomierter Dolmetscher wird über Monate illegal bei der Kölner Polizei beschäftigt – nun soll er nach 15 Jahren abgeschoben werden

Immer wieder machen Einzelfälle von Abschiebungen Schlagzeilen. Dabei handelt es sich oftmals um Geflüchtete, die in Deutschland seit langem Leben, zur Schule gehen oder arbeiten und sich ein festes soziales Umfeld aufgebaut haben.

Dennoch greifen die Behörden immer wieder hart durch und vollziehen die Abschiebung.

Nun berichtet der Kölner Stadtanzeiger von einem besonders bemerkenswerten Fall: So soll nun der 36-Jährige Armin Z. nach Marokko abgeschoben werden. Dabei hat er in der Vergangenheit dem deutschen Staat selbst besonders gute „Dienste“ geleistet.

So wurde er von der Polizei zu Dolmetscher-Diensten bei der Aufklärung von Fällen z.B. den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht wie auch von Diebstählen von Marokkanern hinzugezogen. In einem Referenzschreiben der Polizei heißt es, dass er „hohe Einsatzbereitschaft“ gezeigt habe und „auch an Wochenenden sowie an Feiertagen, unter anderem auch im Rahmen von vielen Rufbereitschaftsdiensten verfügbar“ gewesen sei.

Dabei hätte er Marokkaner gar nicht für die Polizei arbeiten dürfen. Er hatte nur ein Studentenvisum mit dem er seit 2002 in Deutschland lebt. Dennoch schloss die Polizei illegalerweise noch im Oktober 2016 mit ihm eine Honorarvereinbarung ab.

Die Ausländerbehörde hat nun seine Aufenthaltsverlängerung abgelehnt. Es sei nicht mehr erkennbar dass er noch studiere. Auch die Umwandlung des Studenten- in ein Arbeitsvisum sei nicht möglich. Dabei hat ihm selbst die „engagierte Unterstützungsarbeit“ für den deutschen Staat nichts genützt. Armin Z. klagt nun vor Gericht.