Ehemaliger SPD Vorsitzender Björn Engholm sieht unter anderem die Einführung von Hartz IV als Grund für schlechte Ergebnisse.

In der Heilbronner Stimme ist am Freitag ein Interview mit dem ehemaligen SPD Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Björn Engholm erschienen. In dem Interview nennt Engholm unter anderem die Einführung der Agenda 2010 (Hartz IV) durch eine SPD geführte Regierung als Grund für die schlechten Wahlergebnisse und Umfragewerte seiner Partei aktuell und in den vergangenen Jahren.

„Man kann für die Agenda 2010 sicher das ein oder andere ökonomische Argument geltend machen. Aber die Agenda hat für die SPD einen tiefen Einschnitt bedeutet. Ich denke, sechs bis neun Prozent unserer Stammwähler sind in das Lager der Nichtwähler und zur Linken abgewandert.“ so Engelholm gegenüber der Heilbronner Stimme. Engelholm betonte, dass es für die SPD äußerst schwer sei die von ihr enttäuschten Stammwähler wieder zurückzuholen.

Vor allem ArbeiterInnen, welche ihr ganzes Leben hart gearbeitet hätten und beim Arbeitsplatzverlust oder in der Rente kaum von ihrem Geld leben könnten, sind laut Engholm von der Politik der SPD enttäuscht.

Als eines der größten Probleme heute in Deutschland, sieht Engelholm die Ungleichverteilung von Vermögen und damit verbundene fehlende Bildungs- und Aufstiegschancen für einen Großteil der Bevölkerung. Darauf müsse man neue Antworten finden, so Engelholm. Eine Antwort auf die Frage, wie dies SPD es schaffen könnte in diesem System Vermögen gerecht zu verteilen gab Engelholm nicht.