Wie der RBB berichtete (Link) äußerten sich gegenüber dem Sender Freunde des ägyptischen Opfers und Unbeteiligte. Erneut ist von fremdenfeindlichen Beschimpfungen die Rede und die Aussagen erhärten den Verdacht, dass Shaden M. absichtlich getötet wurde.

In der Nacht auf den 15. April war in der Nähe der Cottbusser Stadthalle die ägyptische Studentin Shaden M. überfahren worden und an ihren Verletzungen drei Tage darauf im Krankenhaus verstorben. Für Perspektive Online kommentierte damals Anja Hentschel den Vorfall (Link).

Gegenüber dem RBB haben sich nun offenbar einige der Begleiter von Shaden M. in dieser Nacht geäußert. Momen Nabil geht offenbar von einem bewussten Angriff auf seine Freundin aus und schilderte dem RBB die Ereignisse aus seiner Sicht wie folgt: „Wir hörten plötzlich hinter uns ein Auto beschleunigen. Es beschleunigte immer mehr. Shaden ging uns voraus. Der Wagen traf sie heftig. Sie landete auf dem Bürgersteig bei der Straßenbahnhaltestelle, und der Fahrer fuhr einfach weiter, ohne seine Geschwindigkeit zu verringern.“

Auch ein weiterer unbeteiligter Zeuge bestätigt den enorm heftigen Aufprall des Wagens und erinnert sich darüber hinaus an massive rassistische Beleidigungen durch die Autoinsassen. Dem Zeuge zufolge seien die Pöbeleien „eigentlich nicht zu überhören gewesen.“ Unmittelbar nach dem Vorfall war bereits eine 19-jährige Gymnasiastin in einigen Regionalmedien zu Wort gekommen, die sich ebenfalls schockiert über die von ihr mitgehörten Beschimpfungen äußerte.

Dass die nun aufgetauchten Zeugenaussagen, die Version der 19-jährigen Gymnasiastin bestärken, scheint die Staatsanwaltschaft vorerst nicht zu interessieren. Gegenüber der Zeitung Neues Deutschland gab ein Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft an, dass die nun geäußerten Anschuldigungen nicht mit dem erreichten Kenntnisstand übereinstimmen würden und auch nach 30 Zeugenaussagen keine belastbaren Belege für die erwähnten fremdenfeindlichen Beschimpfungen erlangt werden konnten. (Link)