Neue Spannungen durch militärische Großübung. Nordkorea fühlt sich bedroht.


Die USA und Südkorea haben am Montag mit ihren alljährlichen gemeinsamen Gefechtsübungen begonnen. Das berichtete der Pressedienst der U.S. Forces Korea. Während sie offiziell als Verteidigungsübungen dargestellt werden, interpretiert Pjöngjang die Simulationen immer wieder als Provokation und Aggression. Nordkorea sieht in der Militärübung eine Übung für eine mögliche Invasion.

Insgesamt werden 80.000 Streitkräfte, davon 17.500 Angehörige der US-Truppen, involviert sein. Das ist eine Reduktion der amerikanischen Übungsteilnehmer, die letztes Jahr noch 25.000 und in den Jahren zuvor 30.000 stellten. Ob diese Reduktion zur Deeskalation beitragen kann, ist fraglich und wird von verschiedenen Seiten unterschiedlich interpretiert. Rund 3.000 amerikanische Soldaten sollen extra für die Militärübung aus den USA eingeflogen worden sein.

Die Übungen werden zum großen Teil an Computern simuliert und haben daher weniger den offenen Charakter einer Machtdemonstration. Gemeinsame Übungen von US- und südkoreanischen Truppen gibt es in dieser Form seit 1955 (Link). Die USA haben rund 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert, den Großteil davon nur etwa 40 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt. Insgesamt sollen dem US-Pazifik-Kommando über 377.000 Soldaten und Zivilangestellte unterstehen.