Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wirtschaft erholt sich, doch die Löhne steigen nicht – in welchem Zusammenhang steht das mit Teilzeitarbeit?

Laut einer Analyse des „Internationalen Währungsfonds“ (IWF) ist seit 2008 die Zahl der unfreiwilligen TeilzeitarbeiterInnen in beinahe allen Ländern, die der IWF untersucht habe, gestiegen. Das half zunächst, um einen starken Anstieg von Arbeitslosigkeit zu verhindern. In verschiedenen Ländern sei nach der Krise die Arbeitslosigkeit sogar rapide zurückgegangen und eine wirtschafttliche Erholung eingetreten. Doch Teilzeitarbeit führte auch dazu, dass die Bruttolöhne pro Beschäftigten deutlich weniger gestiegen sind.

Das liegt daran, dass Teilzeitarbeitende, obgleich sie Arbeit haben, davon oftmals nicht ausreichend leben können und deshalb weiterhin mit Arbeitslosen um neue Jobs konkurrieren – nun aber aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen. Im Ländervergleich spielt das Phänomen besonders dort eine Rolle, wo die Arbeitslosigkeit höher ist als vor der Krise – in Südeuropa.

Unfreiwillige TeilzeitarbeiterInnen in Deutschland

In Deutschland wünschten sich 2016 rund 5,4 Millionen Personen im Alter von 15 bis 74 einen Arbeitsplatz oder auch mehr Arbeitsstunden. Das sind 4,5% weniger als im Vorjahr.

Darunter fallen

  • 2,8 Millionen Menschen, die keinen Arbeitsplatz haben, aber grundsätzlich gerne arbeiten würden und dafür auch verfügbar sind. Zu dieser Gruppe zählt man 1,8 Millionen Erwerbslose und 1,0 Millionen Personen in „stiller Reserve“.
  • 2,6 Millionen Unterbeschäftigte. Als Unterbeschäftigte gelten Erwerbstätige, die sich zusätzliche Arbeitsstunden wünschen und dafür auch zur Verfügung stehen. Im vergangenen Jahr betrug ihr Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren 6,4 Prozent. Unter den Teilzeitbeschäftigten betrug ihr Anteil 12,6 Prozent.