Besonders hoher Anstieg bei Kindern von EinwanderInnen.

Obwohl die offizielle Arbeitslosigkeit auf einem historischen Tiefstand liegt, steigt der Anteil der Kinder, die auf Leistungen nach dem SGB II („Hartz IV“) angewiesen sind. Im Juni 2017 hat er mit 14,6 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Im Vorjahresmonat betrug die Quote noch 13,8 Prozent. Das ergab eine Auswertung der aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit durch das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung (Excel-Tabelle). Damit leben nun rund 1,95 Millionen Kinder in Haushalten, die Hartz IV beziehen.

Hoher Anstieg bei Kindern von Einwanderern

Besonders stark ist die Anzahl der ausländischen Kinder in SGB II-Haushalten gestiegen. Diese hat sich seit Dezember 2011 von ca. 291.000 auf rund 584.000 verdoppelt. Hintergrund ist der Übergang von vielen geflüchteten Familien von den Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in das Hartz IV-System. Es klingt paradox, doch dies bedeutet für diese Kinder meist sogar eine Verbesserung der Lebensbedingungen, da die Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetzt noch geringer und eingeschränkter sind.

Sinkende Zahlen bei deutschen Kindern

Die Zahl der deutschen Kinder, die von Hartz IV leben müssen, nimmt hingegen seit etwa zwei Jahren ab – im letzten Jahr um 120.000 Kinder. Jedoch immer noch besitzen rund ¾ der von Hartz IV betroffenen Kinder die deutsche Staatsbürgerschaft.

Großstädte und Ostdeutschland besonders betroffen

Die höchsten SGB II-Quoten unter Minderjährigen weisen Gelsenkirchen (41,0 Prozent), Bremerhaven (36,1 Prozent) und Halle an der Saale (34,3 Prozent) auf. Die Kreise mit den niedrigsten SGB II-Quoten liegen alle in Bayern: Pfaffenhofen an der Illm (2,2 Prozent), Eichstätt (2,3 Prozent) und Donau-Ries (2,5 Prozent). In Ostdeutschland finden sich allgemein hohe Quoten wie z.B. in Cottbus mit 28,4% oder Magdeburg mit 28,1%.