Noch nie in der Geschichte Mexikos wurden so viele Menschen ermordet wie im laufenden Jahr 2017.

Laut dem mexikanischen Innenministerium sind von Januar bis Oktober 2017 bereits 18.505 Morde registriert worden. Das sind 23 Prozent mehr als im gesamten letzten Jahr. Hinzu kommen tausende Fälle von Erpressungen, Entführungen und Vergewaltigungen.

Die Dunkelziffer, also die nicht bekannten Straftaten, dürften immense Ausmaße haben, da viele Menschen sich aus Angst vor den Staatsorganen gar nicht trauen, Strafanzeigen zu stellen. Grund hierfür sind die weit verbreitete Korruption und die Querverbindungen zwischen Staatsapparat und organisierter Kriminalität.

Mexiko befindet sich seit geraumer Zeit in einem innerstaatlichen Rüstungswettlauf: Rüstet die Polizei auf, rüsten auch die Kartelle und Banden auf, woraufhin sich auch die normale Bevölkerung immer schwerer bewaffnet, um sich wiederum verteidigen zu können.

Seit über 10 Jahren nun führt Mexikos Polizei offiziell einen Krieg gegen die Drogenkartelle. Die „Initiative Merida“ war der Startschuss für die enorme Aufrüstung von Militär und Polizei mit dem Ziel, Sicherheit und Frieden zu suchen. NGOs beklagen jedoch, dass sich seitdem gar nichts verbessert, aber Vieles verschlimmert habe.

Verbessert haben sich lediglich die Geschäfte mit dem Waffenverkauf: Die mexikanischen Waffenimporte sind zwischen 2012 und 2016 um 180 Prozent gestiegen. Hauptprofiteur sind hierbei US-amerikanischen Rüstungsfirmen, die sowohl an den Staat als auch an die Drogenkartelle verkaufen.

Von der steigenden Waffengewalt profitieren aber auch deutsche Rüstungsunternehmen seit Jahren gewaltig. Amnesty International kritisiert seit langem Menschenrechtsverstöße in Mexiko und fordert von der Bundesregierung, Waffenexporte nach Mexiko nicht zu genehmigen.

Währenddessen verstreicht nun ein weiteres Jahr im Fall gegen fünf führende „Heckler & Koch“-Mitarbeiter wegen Verstoßes gegen das „Kriegswaffenkontroll- und Außenwirtschaftsgesetz“, bislang ohne Prozessbeginn. Sie sollen G36-Gewehre illegal nach Mexiko exportiert haben. Die Anklage wurde hier bereits im Jahr 2015 erhoben.