Altersarmut stellt bereits heute ein schwerwiegendes Problem dar: Immer mehr RentnerInnen sind auf die Grundsicherung angewiesen.

Die Armutsquote unter Menschen, die Rente beziehen, steigt kontinuierlich: in den letzten zehn Jahren sogar um rund 50 Prozent, wie aus einem Forschungsbericht des „Paritätischen Wohlfahhrtsverbands“ hervorgeht. Mittlerweile leben 15,9 Prozent der RentnerInnen unter der Armutsgrenze, das bedeutet: Sie leben in „relativer Einkommensarmut“, sie erhalten weniger als 60 % des Einkommensmedians. Dieses lag bei der letzten statistischen Erhebung in Deutschland bei rund 1.700 Euro monatlich. Es gilt demnach als „arm“, wer weniger als 1.050 Euro im Monat zur Verfügung hat.

Grundsicherung, Minijobs und Pfandflaschensammeln

Mit dem Renteneintrittsalter endet der Arbeitsalltag für viele eben nicht. Sie sind angewiesen auf Zuverdienste aus Minijobs, und es gibt eine große Dunkelziffer derer, die ’schwarz‘ arbeiten oder Pfandflaschen sammeln müssen, um ihr Leben zu finanzieren. In keiner anderen Altersgruppe sei die Zahl der Beschäftigten so rasant angestiegen wie bei den Menschen über dem Renteneintrittsalter, so eine Ausarbeitung des Bundestags. Gleichzeitig ist dies auch die Altersgruppe, in der die Armut am stärksten angestiegen ist.
Fast 1,1 Millionen Menschen sind neben ihrer Rente auf eine Grundsicherung angewiesen.

Die Politik muss ihre Verantwortung wahrnehmen

Der Paritätische Verband formuliert aus den alarmierenden Zahlen auch deutliche Forderungen an die Politik: Beispielsweise wird als Problem angeführt, dass in die gesetzliche Rentenversicherung nicht alle Erwerbstätigen eingebunden seienorderung

(etwa Beamte und Selbstständige). Neben dem Aufruf, Zeiten von Pflege und Erziehung stärker zu berücksichtigen, ist auch die Rede von besserer Entlohnung, die die Einkünfte im Alter stabilisieren könnten. Des Weiteren stellen private Rentenversicherungen eine Problematik dar: Sie trennen oft diejenigen, die es sich leisten können, privat vorzusorgen und somit im Alter gut zu leben, von denen, die nach ihrem Arbeitsleben von ihrer Rente nicht leben können.