Tausende ArbeiterInnen protestierten gegen die Schließungspläne.

Der Großkonzern Siemens hat am Donnerstagmittag die Kürzung von weltweit 6900 Stellen bekannt gegeben.

Letzte Woche noch berichtete der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Josef Kaeser, von einer Gewinnausschüttung in Höhe von 6,2 Milliarden Euro. Am späten Mittag des letzten Donnerstags wurde dann die Vernichtung von 6900 Stellen bekannt gegeben. Allein 3300 sollen in Deutschland gekürzt werden: Die Turbinenwerke in Leipzig und Görlitz sollen geschlossen werden, was die Streichung von knapp 1000 Arbeitsplätzen bedeutet. Darüber hinaus gefährdet sind fast 900 Arbeitsplätze in Berlin, 650 Stellen in Mülheim an der Ruhr, sowie 700 Stellen im hessischen Offenbach. Auch die deutsch-spanische Siemens-Tochter „Gamesa“, die im Bereich von Windanlagen tätig ist, hat die Streichung von 6000 Stellen angekündigt.

Der Siemens-Konzern begründet die Maßnahme mit Überkapazitäten in seinen Werken. Der Umsatz in der Kraftwerk-Sparte sei im 4. Quartal um 20% eingebrochen. Entlassungen aufgrund von mangelnder Auslastung der Werke, sowie Umsatzeinbrüche gelten als Hinweise auf eine drohende Wirtschaftskrise. 

An mehreren Standorten hatte die Verkündung der Streichungspläne für große Empörung gesorgt. Insbesondere deshalb, weil das Management nicht selbst vor Ort war, sondern sich per Videokonferenz aus München zuschalten ließ.
1300 ArbeiterInnen beteiligten sich am Freitag an einer Protestkundgebung der IG Metall in Berlin, auf der sie gegen den Stellenabbau demonstrierten. Hier nur eine der vielen wichtigen, solidarischen und schönen Randnotizen: Ruft ein Gewerkschafter zu Beginn der Kundgebung den Teilnehmern zu: „Die Kollegen sind noch im Werk und pfeifen gerade die Geschäftsführung aus, also warten wir noch einen kleinen Moment.“ … Auch ArbeiterInnen aus dem BMW-Werk Berlin und von „Ledvance“, einem Augsburger Lampenhersteller (früher Fa. Osram), nahmen an der Kundgebung teil. Den ArbeiterInnen aus Ledvance drohen ebenfalls Stellenvernichtungen. „Das hier ist die Stunde der Solidarität!“, so deshalb der Betriebsratsvorsitzende des Siemens Gas-Turbinenwerks, Günter Augustat. Am Montag wollen die ArbeiterInnen mit einer Menschenkette um das Gas-Turbinenwerk in Berlin weiter demonstrieren. Auch in den anderen von den Plänen betroffenen Werken fanden Protestkundgebungen der IG Metall statt.