Die Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein war Vorstand in einem Reichsbürger-Verein.

Bevor sie ihre erfolgreiche Karriere bei der „Alternative für Deutschland“(AfD) begann, war Doris von Sayn-Wittgenstein auch unter „Reichsbürgern“ aktiv (Link). Diese sind der Meinung, der deutsche Staat sei lediglich ein Unternehmen der Alliierten, Deutschland bis heute besetzt und somit kein eigenständiger, verfassungsrechtlicher Staat. Schlussfolgernd rufen sie eigene Hoheitsgebiete aus, die sie auch verteidigen – immer wieder kommt es bei Hausdurchsuchungen zu Verletzten und Toten durch Schüsse (Link).

Zusammenarbeit im Verein „Die Deutschen“
Sayn-Wittgenstein hat etwa mit Klaus Sojka zusammengearbeitet, einem 2009 verstorbenen Staatsrechtler und Autor, der die pseudo-wissenschaftliche Grundlage für die Ideologie der Reichsbürger publizierte. Sein Ziel war, den Verein „Die Deutschen“ zu gründen, Sayn-Wittgenstein sollte einen Vorsitz innehaben. Idee des Zirkels war laut eigener Aussage, „sich der Deutschen Frage in einer Weise anzunehmen, die Aussicht auf Erfolg hat, den unsäglichen illegalen Zustand der BRD einer rechtsstaatlichen Lösung zuzuführen“.

„Bitte schieben Sie mich nicht in die Reichsbürgerschiene.“
Während die jetzige AFD-Landessprecherin bestätigt, mit Sojka bezüglich des Vereins in Kontakt gewesen zu sein, verteidigt sie, dass weder sie selbst noch Sojka ins Spektrum der Reichsbürger gehören würden. In Anbetracht der Publikationen Sojkas (2008: „Die BRD ist kein Staat: Bundesrepublik Deutschland GmbH; Sind alle Deutschen staatenlos?“) ist diese Behauptung offensichtlich haltlos und auch Von Sayn-Wittgenstein muss einräumen, dass sie manche Thesen der Reichsbürger doch für zunehmend ernst halte.