Am Dienstag, 23.01., wurde in Magdeburg die Wohnung eines Aktivisten durchsucht. Vorgeworfen wird ihm, sich an einem versuchten Sprengstoffanschlag auf eine Polizeibehörde im Juli des vergangenen Jahres beteiligt zu haben.

Die Polizei war gestern mit etwa 50 Beamten in voller Schutzmontur, mit Spürhunden und Helikopter vor Ort, um die Wohnung in der Alexander-Puschkin-Straße zu durchsuchen. Dabei handele es sich laut „Rote Hilfe Magdeburg“ bereits um den vierten Angriff auf das Haus, in dem sich auch das soziale Zentrum „Infoladen Magdeburg“ befindet. Der beschuldigte 25-Jjährige wurde vorläufig festgenommen. Die Polizei beschlagnahmte unter anderem leere Flaschen, Autoreifen und Werkzeug.

Einige anwesende AktivistInnen vermuten zudem einen Zusammenhang mit dem Vorgehen der Polizei gegen linke Strukturen seit dem G20-Gipfel (Link). Laut einer Erklärung der „Roten Hilfe Magdeburg“ (Link) könne die Durchsuchung auch als Auftakt der Enquete-Kommission des Landtages Sachsen-Anhalt gesehen werden. Die Enquete-Kommission, die von den Stimmen der AfD und CDU im Landtag verabschiedet wurde, soll linke Vereine und Organisationen untersuchen. Henriette Quade (Die Linke) geht jedoch davon aus, dass es der AfD vielmehr darum gehe, diese Vereine zu diffamieren (Link).

Für Freitag 18 Uhr wird zu einer Solidaritätsdemonstration unter dem Motto „Angriffe von Polizei und Staat zurückschlagen! Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen!“ vor dem „Infoladen Magdeburg aufgerufen.