Fünfte Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen.

Die Gewerkschaft IG Metall ruft die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie für kommende Woche zu 24-stündigen Warnstreiks auf. Die Warnstreiks können von kommendem Mittwoch an bis Freitag bundesweit in mehr als 250 Betrieben stattfinden, hieß es am Samstag in einer Pressemitteilung der IG Metall. Die Gewerkschaft kündigte zudem Urabstimmungen über Flächenstreiks an.

Zuvor war die fünfte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Kapitalvertretern im für die Branche bedeutenden Tarifbezirk Südwest ergebnislos abgebrochen worden. Obwohl die IG Metall nach eigener Äußerung „Spielräume bei der Anpassung der Arbeitszeit nach oben“ zugestanden hätte, seien „die Arbeitgeber“ auf keinen ihrer Lösungsvorschläge eingegangen. Insbesondere hätten diese trotz der momentanen Hochkonjunkturlage der deutschen Wirtschaft nur drei Prozent mehr Lohn geboten und bei der Arbeitszeit blockiert.

Die IG Metall fordert eine Lohnerhöhung von sechs Prozent und die Möglichkeit für bestimmte Beschäftigtengruppen, die eigene Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden zu reduzieren. Dies solle der Entlastung von Beschäftigen mit Kindern, zu pflegenden Angehörigen sowie SchichtarbeiterInnen dienen. Die Unternehmen sollen hierfür einen finanziellen Teil-Ausgleich zahlen, so die Forderung der Gewerkschaft. Die Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie betreffen bundesweit 3,9 Millionen Beschäftigte.

Der Chef des Unternehmerverbands Gesamtmetall Rainer Dulger kündigte in einer Mitteilung an, gegen die bevorstehenden Streiks zu klagen. Die Verhandlungsposition der Unternehmen dürfte in den diesjährigen Tarifrunden insgesamt durch den derzeitigen gravierenden Mangel an Fachkräften geschwächt sein. Trotzdem werden von dieser Seite immer wieder Forderungen nach längeren Arbeitszeiten laut.