Rund 20.000 Menschen demonstrierten in Köln gegen die Offensive in Nordsyrien und forderten Frieden und Freiheit für Kurdistan.

Eine Woche nach den ersten Angriffen türkischer Luft- und Bodentruppen, bei denen sie Hand in Hand mit dem islamischen Staat gegen kurdische Kräfte arbeiteten, versammelten sich mehr als 20.000 Menschen, um auch in Köln ihre Solidarität zu demonstrieren. „Überall ist Afrin – Überall ist Widerstand!“ war das Motto der Demonstration. Dabei bezog man sich auf den nordsyrischen Bezirk Afrin, der von den Kräften der YPG/YPJ gemeinsam mit der SDF verteidigt wurde.

Die Demonstration wurde von Beginn an, ab 10:00 Uhr, von einem großen Polizeiaufgebot begleitet – es waren rund 3000 Beamte vor Ort. Im Vorhinein wurde bekanntgegeben, dass Fahnen der kurdischen Volks- und Frauen-Verteidigungseinheiten YPG und YPJ geduldet würden. Als jedoch Fahnen mit dem Porträt Öcalans gezeigt wurden, reagierte die Polizei heftig, brach behelmt in die Reihen der Demonstrierenden und kesselte diese abschnittsweise ein. Gegen 15:40 wurde die Demonstration von Seiten der Polizei aufgelöst, die geplante Abschlusskundgebung konnte nicht stattfinden. Die Wasserwerfer vor Ort kamen nicht zum Einsatz, gegen Einzelne wurde Pfefferspray verwendet.
Die Proteste richteten sich einerseits gegen die Politik des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, andererseits wurde auch die treibende Rolle Deutschlands kritisiert. Denn auch nachdem Erdogan sogar öffentlich davon sprach, „jeden Kurden tot sehen“ zu wollen, verurteilte die deutsche Bundesregierung die Angriffe nicht. Im Gegenteil ist das türkische Militär mit deutschen Rüstungssystemen ausgestattet, vor geraumer Zeit gab es das Angebot, die Waffenlieferungen auszuweiten.