Großeinsatz und Bahnhofsblockade in bayrischer Kleinstadt

In den letzten Tagen hatten mehrere Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung im bayrischen Donauwörth die Ablehnung ihres Asylantrags erhalten – sie sollten nach Italien abgeschoben werden, da sie dort zuerst registriert wurden. So machten sich am Montag 150 Menschen auf den Weg zum Bahnhof um in einen ICE nach Italien zurückzureisen.  Doch de Polizei hinderte sie daran und löste einen Großeinsatz und sowie eine stundenlange Blockade der Bahnstrecken zwischen Augsburg und Nürnberg, Ingolstadt und Ulm aus.

Proteste seit Wochen

In den letzten Wochen war es immer wieder zu Protesten gekommen. Bereits Ende Januar war ein Gambianer in einen Stitzsstreik vor der Einrichtung getreten. Vor wenigen Tagen waren dann einige in einen Streik bei ihren 80-cent-Jobs getreten – Das Hilfswerk Malteser reagiert hierauf mit einer Drohung, das Taschengeld zu kürzen.  Nun folgte die gemeinsame versuchte Abreise als Reaktion auf dutzenfache Ablehnungen des Asylantrags. Zuvor hatten die Bewohner laut Polizei in der Aufnahmeeinrichtung die Einrichtung der Kantine beschädigt.

Flüchtlinge erreichen Gespräch mit Stadt

Als Reaktion auf die Aktion der Geflüchteten fand nun ein Gespräch mit Vertretern der schwäbischen Regierung, der Zentralen Ausländerbehörde und Sprechern der gambischen Flüchtlinge statt. Dabei wurden laut Regierungskreisen erklärt was Hindernisse für eine Ausreise sein: „Von unserer Seite aus könnten die Gambier nach Italien ausreisen. Den Zeitpunkt einer Ausreise haben wir aber nicht in der Hand. Das liegt auch daran, dass Italien Dublinfälle in Kontingenten und damit auf der Zeitschiene zurück nimmt“.

Des weiteren sollen künftig nur noch sechs statt acht Männer gemeinsam in einem Zimmer in der Erstaufnahme untergebracht werden. Dennoch müssen die Geflüchteten wohl auf eine offizielle Erlaubnis warten ihre „freiwillige Ausreise“ vollziehen zu können – ohne Taschengeld, welches nach einer Ablehnung gestrichen wird.

Die Streikenden aus Donauwörth kündigen an, wieder in Aktion zu treten, sofern nach den vergangenen sowie in den kommenden Gesprächen mit den Autoritäten keine positiven Veränderungen eintreten.