Verhaftet wurde er, weil er eine Twitter-Meldung gegen die türkische Militäroffensive erwähnte

Unerwartet wurde Ali Erol, der sich als Gründungsmitglied der KAOS GL für LGBTI-Rechte einsetzt, aus der türkischen Haft entlassen. Es kam zu seiner Verhaftung, weil er, genau wie 13 weitere Menschenrechtsaktivisten, eine Meldung der Türkischen Medizinischen Vereinigung (TTB) unterstützt hatte. Dieser Ärzteverband hatte mit Hinblick auf die Militäroffensive des türkischen Staats gegen kurdische Gebiete vor „irrepariblen Schäden des Kriegs“ gewarnt, der Titel lautete: „Nein zum Krieg, Frieden jetzt“.

Elf Mitglieder dieses Medizinerverbands wurden unmittelbar inhaftiert, nur drei von ihnen sind seit dem wieder entlassen worden. Rund eine Woche, nachdem es zu den ersten Angriffen auf Afrin kam, wurden zahlreiche Wohnungen von AktivistInnen und KriegsgegnerInnen durchsucht. Darunter auch die Wohnung, in der Ali Erol mit seinem Lebenspartner lebt.

Die Freilassung ist für die LGBTI-Gemeinschaft vor allem in Ankara, also der Heimatstadt des Aktivisten, von großer Bedeutung. Auch ein Bündnis deutscher Kulturschaffender und WissenschaftlerInnen hatte in einem Brief an die türkische Botschaft die Freilassung gefordert und die Festnahme als „weiterer massiver Angriff auf die Meinungsfreiheit sowie auf die gesamte Zivilgesellschaft in der Türkei“ angeprangert. Homosexualität steht in der Türkei nicht unter Strafe, Hetze gegen Homosexuelle dafür aber auf der Tagesordnung. Seit 2 Jahren ist es in der Hauptstadt nicht mehr legal, Politik oder Aktionen für eine menschenwürdige Behandlung von LGBTI-Menschen zu machen.