USA wollen Strafzölle zum Schutz der eigenen Wirtschaft einführen

US-Präsident Donald Trump hat Anfang der Woche erneut Strafzölle auf den Import von verschiedenen Industriegütern, v.a. von Stahl- und Aluminiumerzeugnissen, in Aussicht gestellt. Trump will damit die eigene Wirtschaft vor deutlich billigeren Produkten etwa aus China oder Europa schützen und so den US-amerikanischen Binnenmarkt stärken. Seit Jahren gibt es eine massive Überproduktion in der Stahlbranche, die die Preise nach unten drückt. Trump verkündete auf Twitter, dass Handelskriege gut und leicht zu gewinnen seien.

Das sehen Kritiker weltweit anders. So würden diese Handelsbeschränkungen allein in den USA zu massiven Preissteigerungen in der Autobranche, bei Getränkeherstellern und Baufirmen führen, da die steigenden Preise für Rohmaterialien direkt an die Kunden weitergegeben werden würden. Diese Befürchtungen bestätigte auch der Präsident des Instituts der Dosenhersteller, Robert Budway, gegenüber der Tagesschau: „Dies würde am Ende die Verbraucher in den USA schädigen, die mehr für Dosengetränke und in Dosen verpacktes Essen zahlen müssten.“

Auch international gibt es massive Kritik. So kündigten etwa Sprecher der EU, aber auch Vertreter aus Brasilien und Kanada an, ihrerseits mit Gegenmaßnahmen zu antworten, sollte Trump sein Vorhaben umsetzen. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden“, so EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Auch Gerry Rice, Sprecher des Internationalen Währungsfonds (IWF) warnte vor solch massiven Eingriffen in den Welthandel. „Die vom US-Präsidenten angekündigten Importerschwernisse werden wahrscheinlich Schaden nicht nur außerhalb der USA anrichten, sondern auch in den Vereinigten Staaten selbst“, so Rice.

Die konsequente Einführung von Strafzöllen und anderen protektionistischen Maßnahmen, welche die eigene nationale Wirtschaft schützen sollen, würde zu massiven Störungen im Weltmarkt führen und scheint beim heutigen Maße der Internationalisierung der Produktion und des Handels auf Dauer nicht realistisch.