Aus Protest gegen die Wasserprivatisierung besetzten hunderte Frauen die Zentrale von Nestle im brasilianischen São Lourenço.

Laut einem Bericht des Nachrichtenportals amerika21 ist bereits am vergangenen Dienstag der brasilianische Hauptsitz des Nestle-Konzerns von rund 600 Frauen besetzt worden. Die AktivistInnen der „Landlosenbewegung MST“ protestierten damit gegen die Privatisierung der brasilianischen Wasserressourcen. Parallel dazu wurde auf dem „Internationalen Wasserforum“ in der Hauptstadt Brasilia über weitere Privatisierungen verhandelt.

„Stellen Sie sich vor, Sie sind gezwungen, das Wasser in Flaschen zu kaufen, um den Durst zu stillen. Niemand würde das ertragen. Genau das wollen aber die Unternehmen in diesem Moment bei diesem Forum”, erklärte Maria Gomes de Oliveira von der MST-Leitung. „Es ist sehr schlimm, ein internationales Forum für die Vermarktung unserer Wasserreserven zu schaffen. Sie sind nicht da, um das Management von irgendetwas zu diskutieren, sie machen eine Aktion, um das Land zum Preis von Bananen zu verkaufen”, bekräftigt de Oliveira.

Der Nestle-Konzern beherrscht bereits mehr als 10 Prozent des weltweiten Wassermarktes. Hinzu kommen rund 22 Prozent der weltweiten Kaffeemarktes. Ein großer Teil der Plantagen, von denen dieser Kaffee stammt, befindet sich ebenfalls in Brasilien. Hier werden jährlich tausende ArbeiterInnen unter schlimmsten Arbeitsbedingungen ausgebeutet.

Die Frauen der Landlosen-Bewegung gedachten bei ihrer Aktion auch Marielle Franco, die kürzlich in Rio de Janeiro ermordet wurde und fordern die Bestrafung der Verantwortlichen. Nach der Beendigung der Besetzung stoppte die Polizei die Busse der Frauen und legte sie lahm, indem sie die Schlüssel beschlagnahmte.

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