Türkischer Geheimdienst MIT jagt und entführt Regierungsgegner im Ausland

Die türkische Regierung ist stolz auf ihren Geheimdienst und seine Arbeit. So wundert es kaum, dass sie immer wieder Erfolgsmeldungen über Operationen des Geheimdienstes auch in aller Öffentlichkeit lobt: so wie nun dutzende Entführungen von Regierungsgegnern in zahlreichen Ländern.

Dem Geheimdienst sei ein großer Schlag gegen den in den USA lebenden islamischen Prediger Fetullah Gülen gelungen, so Regierungssprecher Bekir Bozdag am Donnerstag gegenüber dem türkischen Fernsehsender Habertürk. Man habe die als Terroristen bezeichneten Anhänger der Gülen-Bewegung „eingepackt und die die Türkei gebracht“, so Bozdag.

Die Regierung spricht von 80 Mitgliedern der islamischen Bewegung, die in 18 verschiedenen Ländern durch Agenten des türkischen Geheimdienstes festgenommen und in die Türkei gebracht worden seien. Die Namen der 18 Länder nannte Bozdag nicht, jedoch gibt es mittlerweile aus verschiedenen Ländern Presseberichte über die Entführungen, so etwa aus Bulgarian, Malaysia, Afghanistan, Pakistan, dem Sudan und dem Kosovo (Link).

Zumindest im Kosovo schlug die Entführung von fünf türkischen Lehrern und einem Arzt hohe politische Wellen. Nach Bekanntgabe der gemeinsamen Aktion des kosovarischen und türkischen Geheimdienstes wurden der Innenminister und der Geheimdienstchef entlassen.

Die Türkei plant unterdessen mit ihren Kommandoaktionen fortzufahren. Regierungssprecher Bozdag wertete die Aktionen im Kosovo und den anderen Ländern als „großen Erfolg“ und kündigte an, der Geheimdienst werde ähnliche Operationen fortsetzen.

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