Die Anzahl der Straftaten in Deutschland sinkt um 9,6%

Laut der noch unveröffentlichten „Polizeilichen Kriminalstatistik“ (PKS) des Jahres 2017, die der Welt am Sonntag vorliegt, ist die Kriminalität in Deutschland um fast zehn Prozent gesunken. Das ist die niedrigste Kriminalitätsrate seit der Wiedervereinigung Deutschlands.

Einbrüche runter, Drogen rauf

Die Gesamtkriminalität in Deutschland betrug laut der PKS 5,76 Millionen Straftaten im Jahr 2017. Davon sind 2,09 Millionen Fälle durch Diebstahl begangen worden, das sind wie in den Vorjahren etwa ein Drittel der Verbrechen. Die Anzahl der Diebstahldelikte sank im vergangenen Jahr ebenfalls um insgesamt 11,8%, der Diebstahl von Kraftfahrzeugen ist um 8,6% gesunken und der von Fahrrädern um 9,8%. Die Zahl der Wohnungseinbrüche fiel um 23% . Die Zahl der Morde dagegen ist um 3,25% gestiegen auf 785 Morde im Jahr. Auch die Drogendelikte sind um 9,2% gestiegen. Hier erhöhte sich vor allem die Zahl der Verbrechen mit Crack und Kokain um fast 20%. Auch gab es 204.000 Funde von Cannabis, was einen Anstieg um zwölf Prozent bedeutet. Die Verbreitung von pornografischen Schriften ist mit 10.066 Fällen um 12,9% gestiegen und die kinderpornografischer Schriften mit 6.512 Fällen um 14,5% (Link).

Rund 57% der 5,76 Millionen Straftaten konnten aufgedeckt werden. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen stieg leicht von 16,9% auf 17,6% an, somit werden 82% der Wohnungseinbrüche nicht aufgeklärt. Auch die Zahl der Tatverdächtigen sank um 10,3% auf 2,11 Millionen Menschen (Link).

Weniger tatverdächtige MigrantInnen

Die Zahl der ZuwanderInnen, die tatverdächtig waren, sank laut der Statistik um 40,7%. Als „Zuwanderer“ bezeichnet die PKS Asylbewerber, Kontingentflüchtlinge, Geduldete, Menschen mit „unerlaubtem Aufenthalt“, Schutz- und Asylberechtigte. Auch die Zahl der Menschen, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, sank um 22,8% auf 736.265 Personen, davon waren 300.680 „Zuwanderer“.

Was sagt die Statistik aus?

Grundsätzlich ist die PKS mit viel Vorsicht zu genießen. So verändert sich die Anzahl der erfassten Delikte, ebenso wie die jeweilige Aufklärungsquote, massiv davon abhängig, wie viel politisches Gewicht gerade auf eine bestimmte Straftat gelegt wird und wie viele polizeiliche Ressourcen dementsprechend darauf verwendet werden.

So stieg etwa die politisch motivierte Ausländerkriminalität in München im vergangenen Jahr um mehr als 75% an. Warum? Die Münchener Staatsanwaltschaft hatte entschieden, posts in sozialen Medien mit den Symbolen der kurdischen Freiheitsbewegungen konsequent verfolgen zu lassen. So folgten allein auf einen post des Münchener Aktivisten und Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger weit mehr als 100 Anzeigen, da dieser – mit den Fahnen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG und YPJ bebildert – von mehr als 100 Menschen geteilt wurde. Dass weder Schamberger, noch ein Großteil der anderen Betroffenen, ein „Ausländer “ im Sinne der PKS ist, stört die Staatsanwaltschaft unterdessen nicht.