Essener Löschzentrale soll auf 1000 MitarbeiterInnen ausgebaut werden.

Seit Oktober 2017 betreibt die Callcenter-Serviceagentur „Competence Call Center“ (CCC) im Auftrag des amerikanischen Unternehmens Facebook ein sogenanntes „Löschzentrum“ in Essen. Die Anzahl der zunächst 500 MitarbeiterInnen wurden Anfang des Jahres auf 750 aufgestockt und soll jetzt weiter auf mehr als 1000 steigen. Perspektivisch könne die Zahl noch deutlich mehr anwachsen (Link).

Die MitarbeiterInnen haben die Aufgabe, auf Facebook unerwünschte und strafbare Inhalte und Kommentare zu sichten und zu löschen. Was unerwünscht ist, legt die Plattform dabei selbst fest und ist bis heute extrem undurchsichtig. Bei einem großen Teil der gelöschten Inhalte soll es sich um Terror, Kinderpornographie, Gewalt und Hass-Inhalte handeln.

Eine besondere Qualifikation benötigen die MitarbeiterInnen dafür nicht. Lediglich die Beherrschung von mindestens zwei Sprachen, eine davon Englisch, ist Voraussetzung. Neben deutschen Inhalten werden in Essen auch arabische, türkische, kurdische, holländische und seit wenigen Monaten auch verschiedene osteuropäische Inhalte geprüft und gelöscht. In den kommenden Monaten will Facebook das Löschen weiter ausbauen und auch auf Spam und Mobbing reagieren und löschen.

Immer wieder berichten MitarbeiterInnen anonym von enormen Stresssituationen und starker psychischer Belastung. Beim Prüfen strafbarer und unerwünschter Inhalte müssen die MitarbeiterInnen täglich hunderte Inhalte unter anderem mit massiver Gewaltdarstellung, Folter, Mord und Kinderpornographie sichten, bevor diese gelöscht werden können.

Zur Unterstützung der MitarbeiterInnen arbeiten fünf PsychologInnen in der Löschzentrale. Zudem sollen Freizeitangebote in einem sogenannten „fun floor“ mit Kicker, Tischtennisplatte, Playstation, und Dartscheibe die MitarbeiterInnen von der hohen psychischen Belastung ablenken.