Bundesbehörde „ZITiS“ hat massiven Personalmangel und sucht dringend nach IT-Fachleuten

Die im Jahr 2017 geschaffene „Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“ (ZITiS) kann zur Zeit die angedachten Planstellen nicht annähernd besetzen. Dies bestätigte das Bundesinnenministerium (BMI) auf Anfrage des NDRs.

Demnach seien Anfang Juli erst 62 der 120 ausgeschriebenen  Planstellen besetzt gewesen, davon allein 30 erst in der ersten Hälfte des Jahres 2018. Für die restlichen Stellen habe man bisher keine geeigneten BewerberInnen gefunden. Drei Viertel der bisherigen Mitarbeiter mussten zudem von anderen Behörden abgeworben werden. Nur rund 30 MitarbeiterInnen seien aus der freien Wirtschaft rekrutiert worden. Die Sicherheitsbehörden stehen im IT-Bereich oftmals vor dem großen Problem, ausreichend gut ausgebildetes Personal zu finden, da die private Wirtschaft meist mit Abstand deutlich bessere Konditionen zu bieten hat.

Bei den freien Stellen soll es sich nicht nur um einfache Mitarbeiterstellen, sondern auch um Führungspositionen innerhalb der Bundesbehörde handeln. So sind etwa die Leitungspositionen der vier ZItiS-Aufgabenbereiche Digitale Forensik, Telekommunikationsüberwachung, Kryptoanalyse und Big Data-Analyse alle weiterhin nicht besetzt.

ZITiS wurde im April 2017 geschaffen, um anderen deutschen Sicherheitsbehörden die Überwachung verschlüsselter Kommunikation – z.B. auch in den zunehmend verbreiteten Messenger-Programmen wie WhatsApp – zu ermöglichen. Die Behörde ist dabei konkret für die Entschlüsselung der „abgefangenen“ und gespeicherten Kommunikation zuständig. Sie ermittelt dabei nicht selbstständig, sondern fungiert als eine Art Dienstleisterin für Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz, die Bundespolizei und eine Reihe weiterer Behörden.

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