Versicherungen wollen erneut Anhebung des Renteneintrittsalters erreichen

Ab dem heutigen 6. Juni nimmt die neue Rentenkommission ihre Arbeit auf. Sie soll im Auftrag der Bundesregierung bis 2020 Vorschläge für eine langfristige Absicherung der Rente für die Zeit nach dem Jahr 2025 machen.

Pünktlich zum Beginn der Arbeit der Rentenkommission hat der „Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft“ (GDV) eine weitere schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 69 Jahre gefordert. Es dürfe keine Denkverbote geben, so der Verband (Link).

Berechnungen des GDV-nahen „Prognos-Instituts“ gehen davon aus, dass durch die zunehmende Alterung der deutschen Bevölkerung und den Renteneintritt der Generation der ‚Babyboomer‘ (Generation mit starken Geburtenraten ab Mitte der 50er- bis Mitte der 60er-Jahre) ab 2040 bis zu 100 Milliarden Euro mehr benötigt werden, um die Renten auszuzahlen.

Während heute noch 2,8 Menschen im Erwerbsalter einer/m RentnerIn gegenüber stehen, wird sich diese Zahl in den kommenden zwanzig Jahren auf 1,8 verringern. Das würde ohne einen politischen Eingriff eine zusätzliche Beitragsbelastung für Versicherte von 25% und ein gleichzeitiges Absinken der durchschnittlichen Renten um etwa 11% bedeuten.

Laut Koalitionsvertrag soll das durchschnittliche Rentenniveau bis 2025 stabil bei 48% verbleiben, und der Beitragssatz soll nicht über 20% ansteigen (sogenannte „doppelte Haltelinie“) – Was danach kommt, ist bislang vollkommen offen.

Schon jetzt gehen 45% der Erwerbstätigen davon aus, dass ihre Rente im Alter nicht zum Leben reichen wird, weitere 39% denken, dass die Rente gerade so reichen wird. Diese Daten entstammen einer Studie des „Deutschen Gewerkschaftsbunds“ (DGB) (Link).