In Deutschland gibt es ein regelrechtes „Schwimmbad-Sterben“, BürgerInnen wehren sich

Die Tage, an denen im Sommer der Freibadbesuch eine Selbstverständlichkeit ist, scheinen gezählt zu sein: Immer mehr Freibäder schließen, sie sind nicht rentabel genug. Achim Wiese (DLRG) beklagt, dass mit den Bädern mehr als nur Schwimmbäder verloren gingen: Freibäder seien auch Sozialstätten, Bildungsstätten, Kulturstätten. 

Dem DLRG zufolge wurden im vergangenen Jahr rund 175 Badeanstalten geschlossen, die Kosten seien zu hoch, gerade einmal 30 Prozent der Ausgaben könnten durch Eintritte gedeckt werden. Die Folge: Viele Bäder, in denen Generationen ihre Sommer verlebt haben und so eine bezahlbare Alternative zum Urlaub am Meer fanden, werden zu rentableren „Spaß- und Erlebnisbädern“ – ein Großteil aber schließt und bleibt trocken.

„Freiwillige Ausgaben der Kommunen“

Kommunen sind nicht verpflichtet, Schwimmbäder für BürgerInnen bereitzustellen. Und wenn das Geld in den Kommunalkassen knapp ist, so sind es eben diese freiwilligen Ausgaben, an denen gespart wird. Auch diese finanzielle Kalkulation will der DLRG nicht akzeptieren, weil sich Deutschland ansonsten zum einem „Land der Nichtschwimmer“ entwickle. Beispielsweise ist Schwimmunterricht in der Grundschule und in vielen Ländern auch auf weiterführenden Schulen als Unterrichtsfach vorgesehen. Immer seltener aber kann er stattfinden, weil Schulen schlicht keine Bäder mehr finden, die die Möglichkeit bieten, Schwimmen zu lernen.

Weitere hunderte Bäder stehen kurz vor der Schließung oder seien gefährdet, eine Verbesserung der Situation ist nicht in Sicht. Zahlreiche Bürgerbewegungen in ganz Deutschland unternehmen Versuche, die Bäder ihrer Kommune vor der Schließung zu bewahren und so Kultur- und Sportstätten zu erhalten. Bisher scheinen aber vielerorts diese Argumente nicht das Streben nach Profit überstimmt zu haben.

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