Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen und Tarifverträge

Vor zwei Wochen streikten FlugbegleiterInnen in Portugal, Spanien und Belgien – nun gab es einen 24-Stunden Streik der Piloten. Bei der Billig-Airline Ryanair fiel deshalb gestern jeder sechste Flug aus, insgesamt 400 Verbindungen. Davon waren rund 55.000 Passagiere betroffen.

Ein Sprecher der Piloten-Gewerkschaft „Cockpit“ zeigte sich zufrieden: „Wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist.“ Die 24-stündige, abgestimmte Aktion war der bisher größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas. Es beteiligten sich Piloten aus Deutschland, Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden.

Streiks zur Hauptsaison

Die Gewerkschaft verlangt angemessenere Arbeitsbedingungen sowie ein höheres garantiertes Gehalt. Außerdem will sie erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren – wie es sie schon länger bei Ryanairs Konkurrenten gibt. Diesen Forderungen hat sie nun mit empfindlichen Aktionen mitten in der Urlaubszeit Nachdruck verliehen. Weitere Streiks wollte die Gewerkschaft nicht ausschließen.

Ryanair sprach von einem „ungerechtfertigten“ Streik. Der Ryanair-Vorstandsvorsitzende steht für einen harten Anti-Gewerkschaftskurs: „Eher friert die Hölle ein, als dass wir Gewerkschaften anerkennen“, so O’Leary.

Die Flüge der Fluggäste wurden entweder umgebucht oder können den Ticketpreis zurückerhalten. Eine Entschädigung lehnt Ryanair jedoch ab, da sie die Streiks „nicht beeinflussen“ könne.