Sie schnitt gerade Löwenzahn mit einem Messer

Vergangene Woche wurde eine 87jährige Frau in Georgia (USA) durch die Polizei mit einem Elektroschock-Gerät (Taser) angegriffen. Die Polizei wurde gerufen, weil Martha A. auf dem Grundstück eines Jugendclubs Löwenzahn mit einem Messer geschnitten hatte.

Geschockt und in Handschellen gesteckt

Der Polizeichef von Chatsworth, Josh Etheridge, verteidigte den Einsatz des Tasers und sagte, dass auch eine ältere Frau mit Messer die Beamten hätte verletzen können. Frau Al Bishara kann laut der Enkeltochter kaum Englisch und konnte somit den Aufforderungen der Polizei nicht nachkommen. Den Unterschied zwischen einer Pistole und einer Elektroschockpistole (Taser) kannte Frau Al-Bishara nicht und litt deswegen Todesangst. Nach der Attacke wurde sie in Handschellen gesteckt, anschließend musste sie in Krankenhaus gebracht werden.

„Immerhin wurde auf tödliche Gewalt verzichtet“

Der Polizeichef verteidigte weiterhin das Handeln der Polizei, dass es nämlich zu diesem Zeitpunkt der geringstmögliche Gebrauch von Gewalt gewesen sei, um die Gefahr abzuwenden: „Immerhin wurde auf tödliche Gewalt verzichtet“, so Etheridge.

Der Enkel der Betroffenen sieht das ganz anders: „Wenn drei Polizisten nicht mit einer 87jährigen Frau klar kommen, sollten sie vielleicht nochmal darüber nachdenken, ihre Marke abzuhängen“, so Solomon Douhne.

Ob jung, ob alt

Erst letzte Woche hatte ein Polizist ein elfjähriges Mädchen mit einem Taser niedergestreckt. Das Mädchen wurde bei einem Diebstahl in einem Supermarkt erwischt und wollte weglaufen. Auch sie verbrachte einen Tag im Krankenhaus.