Auto-Konzern plant massiven Umbau

Der zweitgrößte amerikanische Autokonzern „Ford“ plant offenbar einen massiven Konzernumbau. Dabei sind laut der Investmentbank „Morgan Stanly“ bis zu 24.000 Stellen in Gefahr, die meisten in Europa, auch in Deutschland. Möglicherweise könnte das Europa-Geschäft sogar ganz abgestoßen werden.

Kosten „aggressiv attackieren“

Bereits seit einiger Zeit spricht Ford offen über „Probleme“ in Europa. So erklärte Vorstandschef Jim Hackett nach den Zahlen zum zweiten Quartal: „Wir sind extrem unzufrieden mit unserer Leistung in Europa und China. Mit derartigen Resultaten hatten wir nicht geplant.“ Seiner Meinung nach müssten „Kosten aggressiv attackiert“ werden. Was das heißt, konnte man vor vier Jahren beim Werk im belgischen Genk sehen. Die Fabrik wurde innerhalb kürzester Zeit geschlossen, obwohl sie profitabel war. 6.000 verloren ihre Arbeit. Bis Ende 2019 wird auch das Werk in Bordeaux geschlossen werden – die ArbeiterInnen kämpfen noch um ihre Arbeitsplätze.

Nicht profitabel genug?

In Deutschland produziert Ford in Köln und Saarlouis. Der Fiesta, der im Kölner Werk gebaut wird, gilt europaweit als Erfolgsmodell. Dennoch sind hochpreisige Autos mit geringer Stückzahl oft profitabler. So will Vorstandschef Jim Hackett verstärkt in die Bereiche Trucks, SUV und CUV (Crossover Utility Vehicles) hinein. In Saarlouis werden der Ford Focus, C-Max und Grand C-Max produziert. Hackett hatte bereits davon gesprochen, den C-Max einzustellen, weil von diesem Modell keine großen Stückzahlen mehr produziert werden.

Die Folgen des Konzern-Umbaus für die Werke sind derweil unklar. Wirtschaftsanalysten halten sogar einen vollständigen Rückzug von Ford aus Europa für möglich. Der Autokonzern General Motors (GM) habe bei dem Verkauf von Opel schließlich gezeigt, dass das möglich wäre. Die Unsicherheit und das Schweigen der Konzernführung allerdings führe laut Ford-Betriebsratschef Martin Henning zu großer Verunsicherung unter der Belegschaft: „So wenig Kommunikationsbereitschaft gab es noch nie.“

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