Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Es ist der nächste Akt bei kriminellen Machenschaften deutscher Autokonzerne: Die VW-Tochter Audi hat in Südkorea jahrelang Fahrgestellnummern und Testprotokolle gefälscht. Dadurch kamen Autos in Südkorea zum Einsatz , die dort eigentlich gar keine Fahrerlaubnis bekommen hätten, weil sie zu dreckig waren.

Intern war Betrug bekannt

Der systematische Betrug war intern bereits seit mehr als zwei Jahren bekannt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Demnach soll bereits am 14. Juli 2016 eine intere Revision die Verstöße detailliert aufgelistet und Verantwortliche für den Betrug genannt haben. Laut der Prüfungskomission sollen Mitarbeiter in den Audi-Werken in Ingolstadt und Neckarsulm bereits seit 2013 Testprotokolle für die Zulassung von Fahrzeugen in Südkorea „gezielt manipuliert“ haben. Dabei waren Messergebnisse des Schadstoffausstoßes und des Kraftstoffverbrauchs betroffen. Damit sollten die gesetzlichen Vorgaben in Südkorea eingehalten würden.

Deutsche Autoindustrie: Eine kriminelle Vereinigung

Um die Manipulation selbst zu vertuschen, seien Fahrgestellnummern gefälscht worden. Diese manipulierten Unterlagen wurden dann an den Verkauf in Südkorea geschickt und dort den Behörden vorgelegt. Der Revisionsbericht erreichte auch den Audi-Vorstandchef Stadler, der die Informationen jedoch nicht an Strafbehörden weiterleitete.

Staatsanwaltschaft ermittelt 

Erst im Zuge von Razzien wegen des Abgas-Betrugs der deutschen Autoindustrie wurde auch die interne Revision sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft II München hat Ermittlungen gegen drei Audi-Beschäftigte aufgenommen. Darunter sind jedoch keine heutigen oder früheren Vorstandsmitglieder.