Wahlbeteiligung steigt erneut

Am gestrigen Sonntag hat die Landtagswahl in Bayern stattgefunden. Die AfD zieht mit 10,3% erwartungsgemäß erstmals in den bayrischen Landtag ein. Die bisher meistgewählten Parteien CSU (von 47,7% auf 38,7%) und SPD (20,6% auf 9,6%) müssen massive Einbußen in ihren Stimmanteilen hinnehmen. Die Grünen konnten deutlich mehr Wählerstimmen als vor fünf Jahren (8,6% auf 17,7%) gewinnen und werden zweitstärkste Kraft im Parlament.

Der amtierende bayrische Ministerpräsident Markus Söder, der vor kurzem noch für ein bayrisches Raumfahrtprogramm mit seinem Konterfei als Logo warb, sprach im Angesicht der Wahlniederlage von „Demut“. Im gleichen Zuge wollte er jedoch das Wahlergebnis auch als klaren „Regierungsauftrag“ verstanden wissen.

Welche Koalition?

Es stellt sich nun die Frage, wie die CSU ihren Machtanspruch weiterhin durchsetzen will. Wie gewohnt allein zu regieren, ist der Partei bei diesen Ergebnissen nicht möglich. In Frage kommen rein rechnerisch Koalitionen mit der AfD, den konservativen Freien Wählern (FW), der SPD oder den Grünen. Beobachter gehen davon aus, dass die CSU zuerst eine Koalition mit den Freien Wählern anstreben wird, da diese ihrer rechts-konservativen Ausrichtung am nächsten stehen.

Wahlbeteiligung und Wählerwanderung

Die Wahlbeteiligung lag bei gut 72% und ist somit bei der zweiten Landtagswahl in Folge gestiegen (2008: 57,9%, 2013: 63,6%,).

Bezüglich der hochgerechneten Wählerwanderungen ist besonders interessant, für wen die WählerInnen der rassistischen AfD bei der Wahl zuvor abgestimmt hatten: Diese setzen sich diesmal zu etwa je einem Drittel aus vorherigen NichtwählerInnn (170.000), CSU-WählerInnen (180.000) und WählerInnen von anderen kleinen Parteien (220.000) zusammen. Hierbei spielen sicherlich auch Diejenigen eine Rolle, die vor 5 Jahren für die Republikaner (1% im Jahr 2013) und die NPD (0,6% im Jahr 2013) abstimmten.