In den frühen Morgenstunden des vergangenen Dienstags hat im AnkER-Zentrum Fürstenfeldbruck eine Großrazzia stattgefunden, der Einsatz wurde von einem Zeugen mit den Worten „Looks like they are going to war” beschrieben. Rund 85 Einsatzwagen waren vor Ort, am Ende des Einsatzes verließ ein ganzer Containerwagen mit undokumentiert konfiszierten Gegenständen das Gelände.

Während der Durchsuchungen wurde den BewohnerInnen verwehrt, auf die Toilette zu gehen, sie wurden auf ihren Zimmern festgehalten. Mit diesen Maßnahmen setzten die Einsatzkräfte die Brandschutzverordnungen durch und beschlagnahmten persönliche elektronische Geräte. Besonders das Fehlen von Wasserkochern führe jetzt zu einem Problem, da Babynahrung nicht wie gewohnt zubereitet werden könne.

Vermehrt Einsätze nach dem „March for Refugee Rights“

In der Mitteilung des Münchner Flüchtlingsrats heißt es auch, dass solch unverhältnismäßige Kontrollen und Einsätze gehäuft stattfinden, seit im Ort eine Demo von Geflüchteten organisiert wurde. Dort hatten sie die unhaltbare Lage im Zentrum und den Umgang der Sicherheitskräfte angeprangert. Auszugsweise heißt es in ihrer Erklärung:

„Wir sind hier nach Deutschland gekommen, um unser Leben zu retten. Doch die Situation, in der wir uns jetzt befinden, ist so, als wären wir in Afrika geblieben.“

Weiterhin listeten die OrganisatorInnen Forderungen und Kritikpunkte auf, die sie an die Öffentlichkeit tragen wollen. Dort berichten sie von Rassismus und Frauenfeindlichkeit, die von Sicherheitsleuten ausgehen, aber auch von der unzumutbaren Situation, nicht selbst Geld verdienen zu dürfen und isoliert zu leben.