Noch immer sind zahlreiche Straßen blockiert, ganze Stadtteile lahmgelegt und Supermärkte von der Logistik abgeschnitten, denn die „Gilets jaunes“ halten ihre Blockaden aufrecht. Doch während in Frankreich noch die Diskussionen um und Vorbereitungen auf eine Großkundgebung in Paris laufen, eskaliert die Situation auf La Réunion, ein französisches Übersee-Département im Indischen Ozean. Die BewohnerInnen der Insel protestieren nicht nur gegen steigende Preise für Treibstoff, sondern auch gegen die vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten. Fast 40 % der InselbewohnerInnen leben unter der Armutsgrenze, auf der Insel ist seit fünf Tagen an alltäglichen Verkehr nicht mehr zu denken.

Repressionen gegen BewohnerInnen

Als Reaktion auf die Aufstände hat die Regierung eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Der französische Präsident Macron, gegen den sich die Proteste auch explizit richteten, kündigte an, „kein Nachsehen“ zu zeigen gegenüber der „Randale“: „Was die öffentliche Ordnung betrifft, habe ich die Regierung dazu aufgefordert, unnachgiebig zu sein, denn die Szenen, die wir auf La Réunion gesehen haben, sind nicht akzeptabel.“. Er hat angekündigt, die Armee einsetzen zu wollen.

Bislang gab es mehr als 100 Festnahmen, in deren Rahmen auch Plünderungen stattfanden.