Der Streik in einem Motorenwerk in Ungarn hat auch die Autoproduktion im Audi-Werk in Ingolstadt lahmgelegt.

Seit vergangenem Donnerstag streiken die mehr als 12.000 Beschäftigten eines Motorenwerks im ungarischen Győr. Sie fordern eine Erhöhung ihrer Löhne um 18 Prozent. Audi bot im Gegenzug eine Erhöhung der Löhne um zunächst 10 Prozent und im Januar 2020 um weitere 10 Prozent an.

Der Durchschnittslohn in der Montage in Győr beläuft sich auf rund 1.100 € brutto monatlich. Das sind rund 28 Prozent weniger als in slowakischen und 39 Prozent weniger als in polnischen Audi-Werken. In Belgien verdienen Audi-Angestellte sogar 360 Prozent des ungarischen Lohns und das, obwohl die Lebenshaltungskosten in Ungarn kaum geringer sind als in Westeuropa (Link).

Das Motorenwerk in Győr ist das größte im Konzernverbund und beliefert alle Automarken, die zum VW-Konzern gehören. Es produziert sowohl Benzin-, Diesel-, als auch Elektromotoren. Im Jahr 2017 wurden in dem Werk in Győr mehr als 105.000 Autos, sowie fast zwei Millionen Motoren hergestellt.

Durch den Streik werden auch die Audi- und VW-Werke in Deutschland nicht mehr durch die Lieferung mit Motoren versorgt. Aus diesem Grund stehen seit Montag auch die Bänder im Audi-Stammwerk in Ingolstadt komplett still. Mehr als 10.000 Menschen sind deshalb hier zwangsbeurlaubt, aber nur 40 Prozent der ausgefallenen Arbeitszeit will Audi den ArbeiterInnen gut schreiben (Link).

Sollte es keine Einigung bei den Verhandlungen in Ungarn geben und der Streik in den kommenden Tagen verlängert werden, dann würde auch die Produktion in Neckarsulm und in Brüssel eingestellt werden müssen.

Der Streik trifft Audi in einer Zeit, in der die Chefetagen über neue Sparpläne diskutieren. So soll durch Umsatzsteigerungen und Kostensenkungen das Betriebsergebnis des Konzerns von 2018 bis 2022 um rund 15 Milliarden Euro erhöht werden. Dazu sollen etwa frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden und die Entwicklungskosten gesenkt werden (Link).

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