Lohndumping, Schwarzarbeit, Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis oder Führerschein: Eine bundesweite Razzia von Zollbeamten hat erschreckende Zustände bei PaketzustellerInnen festgestellt. Vor allem OsteuropäerInnen leiden unter der Ausbeutung. Die Subunternehmen arbeiten im Auftrag von Großkonzernen wie DHL, GLS, Hermes oder DPD. Diese leugnen ihre Verantwortung.

Am 8. Februar führten Zollbeamte hunderte Razzien bei Paketauslieferern durch. Die ArbeiterInnen der Subunternehmen bringen im Auftrag großer Konzerne wie DHL, GLS, Hermes oder DPD Pakete bis an unsere Haustür. Die Arbeitsbedingungen sind alarmierend.

So wurden bei 2.143 der kontrollierten 12.135 Kuriere Verstöße gegen das Mindestlohngesetz festgestellt. Das ist fast jede/r Fünfte. Und die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Eine Sprecherin des Hauptzollamts Duisburg ging sogar davon aus, „dass im Durchschnitt jeder dritte Arbeitgeber im Bereich Paketzusteller und Kurierdienste zu wenig Lohn“ zahlen würde.

Darüber hinaus wurde bei Dutzenden der FahrerInnen festgestellt, dass sie schwarz- oder ohne Arbeitserlaubnis arbeiten. Viele dieser ArbeiterInnen kommen aus Moldawien, Kasachstan oder der Ukraine und sind deshalb besonders rechtlos. Auch wurden einige FahrerInnen aufgespürt, die ohne Führerschein Pakete ausfuhren.

Großkonzerne geben sich ahnungslos

Fast alle dieser Subunternehmen arbeiten im Auftrag eines Großkonzerns. Eigentlich müssten diese Großunternehmen deshalb bei Verstößen gegen das Mindestlohngesetz haften. Doch die geben sich ahnungslos.

Hermes, GLS und Deutsche Post erklärten, ihnen sei von einer Generalunternehmerhaftung nichts bekannt. Das Unternehmen DPD sieht keine Probleme. Sie ließen sich von den Subunternehmen schriftlich zusichern, dass diese auf den Mindestlohn achten würden.

Durch diese Methode stehlen sich die Konzerne aus der Verantwortung: sie selbst beauftragen die billigsten Subunternehmen in Bewusstsein darüber, dass diese ihre Preise nur auf Kosten der schlechten Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen anbieten können.