Weltweit lebt jedes fünfte Kind in einem Konfliktgebiet. Das sind knapp 30 Millionen mehr als noch im Jahr 2016. Besonders betroffen sind Länder, in den Krieg geführt wird – auch unter Beteiligung von NATO-Ländern.

Das geht aus dem Bericht „Krieg gegen Kinder“ hervor, den die Organisation „Save the Children“ veröffentlicht hat.  Die im Bericht zusammengestellten Zahlen sind dramatisch:

  • Die Anzahl der Kinder, die in einem Konfliktgebiet leben, hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges verdoppelt.
  • 142 Millionen Kinder leben in einem Gebiet mit hoher Konfliktintensität. Das bedeutet, dass in ihrer Region pro Jahr mehr als 1.000 Menschen durch Kampfhandlungen oder deren Folgen sterben.
  • Die aktuelle Analyse von Save the Children zeigt, dass sich die Anzahl der dokumentierten und von den Vereinten Nationen bestätigten schweren Kinderrechtsverletzungen, also Verbrechen gegen Kinder in Konflikten, seit 2010 fast verdreifacht hat.
  • Hunderttausende Kinder sterben jedes Jahr an den indirekten Folgen von Konflikten. Dazu gehören Mangelernährung und Krankheiten sowie der Zusammenbruch von Gesundheitssystemen und eine nicht mehr funktionierende Wasser- und Sanitärversorgung.

Zu den zehn gefährlichsten Länder für Kinder in Konflikten im Jahr 2017 gehören laut Bericht Afghanistan, Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Südsudan, Syrien und die  Zentralafrikanische Republik. An den Kriegen in Afghanistan, Irak, Jemen und Syrien sind heute NATO-Länder direkt beteiligt.

Intensität der Gewalt steigt

Aber nicht nur die Anzahl der Kinder, die in Konfliktgebieten leben, ist in den vergangenen zwei Jahren stark angestiegen. Auch das Ausmaß und die Intensität der Gewalt, der diese Kinder ausgesetzt sind, nimmt kontinuierlich zu.

So werden laut Save the Children Kinder immer häufiger direkte Opfer von Krieg und bewaffneter Gewalt. Angriffe auf Kinder sind oft Teil der Militärstrategie von Streitkräften und bewaffneten Gruppen, da Gräueltaten gegen sie äußerst wirksam sind, um Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Zudem geraten Kinder ins Visier, weil sie leichter manipuliert und ausgenutzt werden können, etwa als SoldatInnen oder SelbstmordattentäterInnen. Schulen werden aus taktischen Gründen zum Ziel – zum Beispiel, um Nachwuchs zu rekrutieren oder um die Gebäude militärisch zu nutzen.

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