Anlässlich des Prozesses gegen die führenden Personen der katalonischen Unabhängigkeitsbewegung reisen zehntausende Katalanen in die spanische Hauptstadt. „Unabhängigkeit ist kein Verbrechen!“ lautete das Motto ihrer Demonstration.

Nachdem im letzten Monat ein Generalstreik gegen den Prozess der AnführerInnen der Unabhängigkeitsbewegung stattgefunden hat, versammelten sich jetzt rund hunderttausend Menschen in Madrid, um für die Freiheit der politischen Gefangenen zu demonstrieren. Dort fand noch keine Demonstration für die katalanische Unabhängigkeit statt, doch genau dort läuft  im obersten Gericht seit Mitte Februar der Prozess gegen zwölf Menschen.

Auf twitter sprechen die VeranstalterInnen von 120.000 Personen, die an der Demonstration teilgenommen haben. 500 Busse und 15 Sonderzüge sorgten dafür, dass so viele Menschen Madrid erreichen konnten, die Demonstration wurde unterstützt durch den Regionalpräsidenten wie auch durch zahlreiche BürgermeisterInnen.

Spanien wurde schwer von der letzten Wirtschaftskrise getroffen und kämpft seit Jahren mit hoher Arbeitslosigkeit und Armut. Seit einigen Jahren gibt es in Katalonien, das eine der reichsten Regionen des Landes ist, wieder verstärkte Bestrebungen, sich von Spanien abzuspalten. Fraglich ist jedoch, ob dies unter den aktuellen Verhältnissen etwas an der miserablen Lage der katalanischen und spanischen ArbeiterInnen ändern könnte.