Eine junge Frau zeigte Münchener Polizisten an, es wurde zunächst in Richtung sexualisierter Gewalt ermittelt. Jetzt sind sechs Beamte wegen menschenfeindlicher Inhalte auf privaten Telefonen suspendiert.
Die Anzeige einer jungen Frau brachte den Stein ins Rollen: sie zeigte Beamte an, nachdem sie sie privat in einer Diskothek getroffen hatte und einen „plötzlichen Filmriss“ erlebte. Unter den Menschen, die sie anzeigte, waren aktive und ehemalige Mitglieder des Unterstützungskommandos (USK) München, weswegen der Fokus der Ermittlungen auf diesem Umfeld lag. Einer der Angezeigten, ein ehemaliges Mitglied des USK und nun beschäftigt beim Landeskriminalamt, spricht von „einvernehmlichem Sex“ mit der Studentin, die Ermittlungen diesbezüglich laufen noch.
Menschenfeindliche Chats
Im Rahmen der Ermittlungen wurden private Handys durchsucht, statt Hinweisen auf eine Sexualstraftat wurde verschiedenstes menschenfeindliches Material gefunden. Nach Informationen des BR sollen aktive und ehemalige USK-Beamte in WhatsApp-Gruppen beleidigende Nachrichten geschrieben und antisemitische Videos verbreitet haben. Des Weiteren ist die Rede von frauenfeindlichen und rassistischen Äußerungen, außerdem von Fotos, auf denen Hakenkreuz-Graffitis zu sehen sind.
Trotz vielfältiger menschenfeindlicher Äußerung und NS-Symbolik sieht Hubertus Andrä, der Münchener Polizeipräsident, keinen Hinweis auf eine rechtsextreme Zelle. Er äußert Enttäuschung, Fotos von Beamten in Polizeiuniform mit entblößtem Penis seien „ansehenschädigend“. Neben sechs suspendierten Beamten wurden acht weitere unfreiwillig versetzt.