Der Wohnungskonzern Vonovia hat im letzten Jahr soviel Profit gemacht wie nie zuvor. Mietsteigerungen machen dabei einen gewichtigen Teil aus. Für April sind bundesweit Demonstrationen angekündigt. 

Das Jahr 2018 war für den größten deutschen Immobilienkonzern Vonovia besonders profitabel. Durch Aufkaufen von weiteren Immobilien und Mietsteigerungen erzielte der Konzern im vergangenen Jahr einen Gewinn von 1,07 Milliarden Euro, was einen Anstieg von 16% zum Vorjahr bedeutet. Die Aktionäre – der größte von ihnen ist der amerikanische Vermögensverwaltungsgigant Blackrock – konnten sich über großzügige Gewinnausschüttungen freuen.

Keinen Grund zur Freude hatten hingegen die MieterInnen von Vonovia-Wohnungen. Ihre Miete stieg im Durchschnitt um 4% auf 6,52 Euro pro Quadratmeter. Nach Sanierungen erhöhte sich der Preis pro Quadratmeter sogar im Schnitt um 1,5€.

Mietproteste tragen Früchte: Vonovia schraubt Renovierungen zurück

Immer wieder Probleme in Wohnungen

Trotz dieser hohen Preise kommt es immer häufiger zu Meldungen von Misständen in Vonovia-Wohnungen. So fiel zum Beispiel in Berlin in der Wohnanlage Wollankstraße 58-60 die Heizung für zwei Monate aus. Die MieterInnen bekamen erst nach Einschalten der Presse eine Erklärung des Immobilienkonzerns.

Über unzumutbare Umstände klagen auch MieterInnen in Dresden, die wegen Umbaumaßnahmen in ihren Wohnungen für mehrere Monate nicht mehr die eigenen Badezimmer benutzen konnten. Die rund 130 Menschen mussten, um zu duschen oder ihr tägliches Geschäft zu verrichten, auf einen Container auf dem Vorhof des Hochhauses ausweichen.

Kritik vom Mieterbund

Auch der Deutsche Mieterbund kritisiert das Geschäftsmodell von Vonovia heftig. So sei der Gewinn des Konzerns nur deshalb so hoch, weil es im vergangenen Jahr noch keine Beschränkungen auf Mieterhöhungen gegeben habe. Nach jahrelangem Kampf der MieterInnen gibt es nun in diesem Jahr eine offizielle Begrenzung für die Mietpreissteigerung auf 8% oder drei Euro pro Quadratmeter. 2018 hatte Vonovia teilweise vier bis sogar fünf Euro pro Quadratmeter mehr verlangt.

Auch in diesem Jahr plant der Konzern zu expandieren, um seinen schonungslosen und gewinnbringenden Kurs weiter durchzuziehen. So sollen zu den rund 400.000 Wohneinheiten in Deutschland, Schweden und der Schweiz noch mindestens 2.000 neue hinzukommen.

Bundesweit Demonstrationen ankündigt

Gegen die explodierenden Mieten, die insbesondere mit den Geschäftsmodellen von Großkonzernen wie Vonovia und Deutsche Wohnen zusammenhängen, sind für April bundesweit Demonstrationen angekündigt. So sind für den 6.4. in Berlin, Frankfurt, Jena, Köln, Leipzig, Münster, München und Stuttgart Proteste geplant.

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