Nach der Razzia gegen ein Netzwerk aus Hooligans, rechten Kampfsportlern, und anderen gewaltbereiten Faschisten mit Zentrum in Cottbus vor etwa zwei Wochen wurden nun durch Recherchen der Lausitzer Rundschau erste Informationen über dessen Mitglieder öffentlich.

Sie entstammen demnach verschiedenen faschistische Strukturen, deren Gedankengut in der südbrandenburgischen Stadt immer mehr an Aufwind gewinnt. Die Ergebnisse der Recherche sind kaum überraschend: So zählen zur selbsternannten „Schnellen Eingreiftruppe“ eine Reihe Ex-Mitglieder des inzwischen verbotenen „Widerstands Südbrandenburg“ sowie mehrere aktive Mitglieder der Hooligan-Gruppe „Inferno Cottbus“.

Auch rechtsextreme Kampfsportler, so u.a. zwei Kickboxer, die 2011 an einer Adolf-Hitler-Gedenkfahrt nach Mallorca teilnahmen, werden dem Netzwerk zugerechnet. Vermutlicher Kopf und Administrator der verschlüsselten Chat-Gruppe soll dabei ein lokaler Aktivist der sogenannten „Identitären Bewegung“ sein. Auch er hat eine Vergangenheit bei Inferno vorzuweisen. Der 29-jährige Cottbuser Student soll u.a. an deren faschistischen Propaganda-Aktionen an der Stadthalle und an der Slawenburg in Raddusch teilgenommen haben.

Razzia gegen rechte Strukturen in Cottbus und Brandenburg

Gegen rund 20 Personen wird derzeit wegen Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. In Folge der Razzia gegen sie wurde mit der Analyse von 60 elektronischen Geräten begonnen, auf denen das LKA Hinweise zur Aufklärung verschiedener Straftaten der florierenden rechtsextremen Szene der Stadt vermutet. Dazu zählen unter anderem ein Fackelmarsch durch die Innenstadt im Januar 2017, eine Aktion faschistischer Fußballfans in Ku-Klux-Klan-Mützen im August des darauf folgenden Jahres, sowie Angriffe aus dem selben Milieu auf Fans des Vereins Sparta Prag Mitte Januar diesen Jahres.

Ziel der „Schnellen Eingreiftruppe“ war unter anderem die Bedrohung von MigrantInnen, Linken und JournalistInnen. Sie steht außerdem im Verdacht, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben.