Die Emissionsvorschriften der EU sollen Autohersteller dazu bringen, umweltverträglichere Fahrzeuge zu bauen. Fiat und Tesla umgehen die Regelung mit einer Trickserei und einem Deal.

Für Fiat Chrysler hätte es auf dem europäischen Markt ab Inkrafttreten der EU-Regelung im Jahr 2021 richtig teuer werden können. Die durchschnittlich ausgestoßenen Emissionen der von ihnen produzierten Autos war zu hoch, als dass die neue EU-Emissionsregelung es erlaubt hätte. Mit fast 700 Millionen Euro Strafe allein im Jahr 2021 hätte der Konzern rechnen müssen.

Statt seine Millionen in die Entwicklung und Produktion umweltverträglicher Fahrzeuge zu investieren, investierte Fiat in einen teuren Deal mit Tesla.

Durchschnittswerte senken

Denn für die Berechnung ist der jeweilige Durchschnittswert eines Autofabrikanten von Bedeutung. Bei Fiat ist er eindeutig zu hoch – bei den Elektroautos von Tesla gleich null, sie fahren praktisch C02-emissionslos.

Nun sind beide Unternehmen seit Ende Februar als Partner registriert, ihre Emissionen werden gemeinsam erhoben – eine zulässige Gegenrechnung. Der sogenannte „Emissions“-Pool betrifft nun Fiat Chrysler, Alfa Romeo und Tesla.

Der amerikanische Autokonzern Tesla ist seinerseits nicht aus Gutmütigkeit am Deal beteiligt: Tesla handelt auch in den USA mit „Zero Emission Vehicle Credits“, Emissionspunkten für emissionslose Autos. Dieser Handel brachte dem Unternehmen 279,2 Millionen Dollar im Jahr 2017 ein.